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Meerbusch: Langster Fährhaus droht das Aus

Meerbusch : Langster Fährhaus droht das Aus

Das Restaurant in Langst-Kierst ist seit Anfang Januar geschlossen – dabei ist es eines der beliebtesten Ausflugsziele in Meerbusch. Die Mieterin hat sich in ihr Landhaus Ilverich zurückgezogen

Das Restaurant in Langst-Kierst ist seit Anfang Januar geschlossen — dabei ist es eines der beliebtesten Ausflugsziele in Meerbusch. Die Mieterin hat sich in ihr Landhaus Ilverich zurückgezogen

Die Aussicht ist perfekt. Wer in den vergangenen Jahren an der Theke im Inneren des Langster Fährhauses gestanden und ein Bier getrunken hat, wer im Wintergarten gesessen und ein Stück Kuchen gegessen hat, wer den Wintergarten besucht und sich bei einer Weinschorle zum Feierabend gedacht hat, dass er morgen ganz bestimmt wieder herkommen und genau das Gleiche machen wird, der wird wissen, welcher Verlust es für die Meerbuscher ist, dass das Langster Fährhaus geschlossen ist. Seit dem 1. Januar war kein Gast mehr hier. Seitdem klebt in der Tür ein weißes Din-A4-Blatt. Darauf steht, getippt am Computer: "Verehrte Gäste! Das Langster Fährhaus bleibt ab sofort geschlossen."

Anneliese Franken hat den Zettel dort hingehängt. Sie war die Mieterin des Restaurants, knapp drei Jahre lang. Sie mochte das Haus. Zehn Jahre führte sie da schon das Landhaus Ilverich, etwa drei Kilometer Richtung Dorfmitte, gleich an der Oberen Straße, auf dem Weg Richtung Strümp. Man könnte sagen, dass das Fährhaus ihr Traum war. Doch er ist ausgeträumt. "Am Gebäude muss einiges gemacht werden", sagt Anneliese Franken — und mehr möchte sie auch nicht sagen.

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Denn es gibt eine Auseinandersetzung zwischen ihr und dem Pächter, die vermutlich vor Gericht enden wird. So perfekt die Aussicht auch sein mag — die Lage ist es nur bedingt. Lediglich einen Steinwurf vom Rhein entfernt sitzen die Gäste hier zwar gerne an der Theke, im Winter- und im Biergarten. Aber wenn der Rheinpegel steigt und das Hochwasser kommt, dann steht zumindest schon einmal der gesamte Keller unter Wasser.

Schon vor zwei Jahren sagte Monica Cremer, Pressesprecherin des benachbarten Rheinhotel Vier Jahreszeiten, dass im Fährhaus "vor allem die Kellerräume in Gefahr" seien. Sie mussten schon damals komplett ausgeräumt werden. Mit Sandsäcken versuchten die Mitarbeiter, die gröbsten Schäden fernzuhalten. Heute spricht Jörg Müller, der stellvertretende Hoteldirektor, für das Fährhaus — allerdings auch nur wenig. "Früher gehörte das Fährhaus zu unserem Hotel, aber wir haben es vor einigen Jahren an die Bacher KG verpachtet", sagt er. Die Bacher KG, ein Getränke-Handelsunternehmen aus Krefeld, war gestern nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Was bleibt, ist die Sorge der Meerbuscher um ihr Ausflugsziel. "Natürlich ist es schade, dass das Fährhaus zu ist", sagt Jörg Müller. "Es hatte immer viel Laufkundschaft." Die hätte es wohl auch, wenn ab Sonntag um 10 Uhr die Fähre nach der Winterpause ihren Betrieb wieder aufnimmt. Wenn das Fährhaus nicht geschlossen wäre.

(RP/rl)