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Meerbusch: Landtagsabgeordnete wollen wieder kandidieren

Meerbusch : Landtagsabgeordnete wollen wieder kandidieren

Als Vizepräsident des nordrhein-westfälischen Landtags war der Lank-Latumer Oliver Keymis (Die Grünen) über die Hintergründe, die gestern zur Auflösung des Landesparlaments führten, bestens informiert.

Die Landtagsverwaltung hatte nämlich mitgeteilt, dass eine fehlende Mehrheit für den Haushalt in der zweiten Lesung in einer dritten Lesung nicht mehr repariert werden könne und zum Ende der rot-grünen Minderheitsregierung um Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) führe. "Diese Rechtsauffassung war auch für mich neu, ist aber nachvollziehbar", sagte Keymis gestern im RP-Gespräch. Für seine politische Laufbahn bedeute dies eine "abrupte Unterbrechung", die er nicht hinnehmen wolle. "Ich habe doch gerade erst angefangen und möchte gerne weitermachen", erklärte er im Hinblick auf eine Kandidatur bei den Landtagsneuwahlen. Nach den schlechten Umfrageergebnissen trage die FDP sicherlich das größte Risiko. Nach den Erfahrungen vergangener Wahlen dürfe sich aber keine Partei zu sicher fühlen, meinte er.

Über die Entwicklung "total überrascht" zeigte sich Nicole Niederdellmann-Siemes (SPD), die bei ihrer ersten Kandidatur 2010 ein gutes Ergebnis erzielte. "Ich stehe für ein Mandat im neuen Landtag zur Verfügung", erklärte sie. "Wir können nach der bisher guten Arbeit der Regierung Hannelore Kraft selbstbewusst vor die Wähler treten", meinte die Osteratherin.

Politisch weiter für Nordrhein-Westfalen aktiv bleiben möchte auch der Jurist Lutz Lienenkämper (CDU) aus Strümp. Der frühere Minister für Bauen und Verkehr ist unter anderem der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion und im Wahlkreis Meerbusch, Kaarst, Korschenbroich und Jüchen direkt gewählt. Klaus Rettig, stellvertretender Fraktionschef der Meerbuscher FDP begrüßt die Glaubwürdigkeit seiner Parteifreunde in Düsseldorf. "Sie haben so abgestimmt wie angekündigt, trotz der Konsequenzen."

(RP)