Meerbusch: "La Pähd" ohne Pächter

Meerbusch : "La Pähd" ohne Pächter

Die Zukunft von Lank-Latums erster Musik- und Jugendkneipe ist ungewiss: Eigentümer Werner Schmalbach hat den Pachtvertrag nicht verlängert. Er will wenigstens im Ansatz zurück zu den Ursprüngen.

Lank-Latum Das La Pähd war die erste Musik- und Jugendkneipe in Lank-Latum und ist darüber hinaus Meerbuschs kleinste Kneipe. "Sie war auch der erste Sportlertreff", sagt Eigentümer Werner Schmalbach in einem nostalgischen Rückblick. Als er selbst vor gut 25 Jahren das traditionsreiche Häuschen vor dem Abriss rettete und mit vielen Helfern renovierte, brummte der Laden so, dass Schmalbach seinen Hauptberuf als Computertechniker aufgeben konnte. Jetzt macht sich der 55-Jährige etwas Sorgen um die Zukunft des Lokals. Den zum 1. September 2010 auslaufenden Pachtvertrag hat er trotz fehlender Alternative nicht verlängert. Das La Pähd sei heute fast ein Nachtlokal, das gefalle ihm nicht, erklärte der Inhaber. Er sei zwar vielen Konzepten aufgeschlossen, würde es aber begrüßen, wenn irgendwo der Ursprungsgedanke wieder auftauchen könnte. In gewisser Weise sei er da auch Idealist, meint Schmalbach zur Begründung, warum er den Pachtvertrag nicht verlängert hat.

Rockmusik, Skat- und Dartspiele, Sportübertragungen im Fernsehen, Beachvolleyball auf einem eigens aufgeschütteten Sandspielfeld, Grillpartys, Eiertitschen zu Ostern und viele Aktionen mehr haben in der Vergangenheit die bis zu 30-Jährigen ins Lokal oder den angrenzenden Biergarten gelockt. Die ein oder andere Wette wurde im La Pähd eingelöst: Köpfe nach Finalniederlagen in WM-Fußballendspielen kahlgeschoren, Bärte nach Aufstiegen im Handball gestutzt oder Ehen angebahnt. Bis zu 100 Gäste drängelten sich vor allem freitags auf den 35 Quadratmetern Grundfläche.

Ob das Haus eine Zukunft als Jugendcafé oder Ähnliches hat – eventuell mit städtischer Unterstützung oder sogar in kommunaler Trägerschaft – steht derzeit in den Sternen. Die zuständige Dezernentin Angelika Mielke-Westerlage favorisiert dafür den Alten Güterbahnhof in Osterath an der Ladestraße. Der Standort sei ideal, weil dort nicht mit Lärmbeschwerden zu rechnen sei, sagt sie. Ansonsten sei der Prozess "ergebnisoffen" angelegt, beschreibt sie die von der Kommune initiierten Gruppentreffen von Jungen und Mädchen der weiterführenden Meerbuscher Schulen. Dreimal hätten sich die Jugendlichen bislang an den Treffpunkten wie Pappkarton in Strümp und Atrium in Lank-Latum versammelt, um ihre Positionen und Wünsche zu formulieren, berichtet Mielke-Westerlage. Mit Ausnahme der Schüler des Mataré-Gymnasiums in Büderich seien Vertreter aller weiterführenden Einrichtungen an den Gesprächen beteiligt.

(RP)
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