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Kunstkreis Meerbusch zeigt Jahresausstellung online

Kunst in Meerbusch : Plastiken, Aquarelle und Collagen online

In der virtuellen Ausstellung des Kunstkreis Meerbusch zeigen zehn Künstler ihre Werke. Darunter auch Brigitte Funke, Gilda Kleeberg-Poncini, Heike Kleffmann und Uwe Rips. Bislang kommt die Idee einer digitalen Schau bei den Zuschauern gut an, erzählt Kunstkreis-Sprecherin Erika Danes.

Die Idee, die corona-bedingt abgesagte 39. Jahresausstellung des Kunstkreis Meerbusch allen Kunstinteressierten im Internet zu präsentieren, ist für gut und kreativ befunden worden. „Wir haben viel Positives gehört. Diese Idee sei ein wunderbares Beispiel für ‚Wir lassen uns nicht unterkriegen‘“, erzählt Kunstkreis-Sprecherin Erika Danes.

Sie hatte gemeinsam mit den anderen Beteiligten und dem Meerbuscher Kulturkreis (MKK) als Unterstützer die Idee zu einer digitalen Ausstellung, nachdem die Schau in der Teloy-Mühle abgesagt werden musste. Am 18. April wäre die Ausstellung eröffnet worden. In loser Folge haben wir die Künstler und ihre Werke vorgestellt. Heute stehen drei Künstlerinnen und ein Künstler im Fokus.

Eine von ihnen ist Brigitte Funke. Dass sie sich mit der Natur beschäftigt, ist auch ihrer beruflichen Tätigkeit zuzuschreiben. Die studierte Biologin hat nach Beendigung ihrer Mitarbeit in einem biotechnologischen Unternehmen die Begeisterung für das Zeichnen wieder aktiviert und Unterricht bei Reimund Franke genommen. In der Online-Ausstellung zeigt sie „Kurkuma“ und erklärt: „Die Kurkumablüte in einem Blumenstrauß hatte mich zum Zeichnen angeregt und zu diesem Bild inspiriert. Es ist eine Bleistiftzeichnung mit Pastellkreide.“ Zu sehen ist außerdem eine Collage. Die Basis bildet ein Zeitungsfoto, das mit Bleistift- und Pastellkreiden-Malerei ergänzt wurde. Es zeigt die durch männliche Strukturen beschatteten drei mächtigsten Frauen in beziehungsweise aus Deutschland.

Die in der Schweiz geborene Gilda Kleeberg-Poncini war als diplomierte Innenarchitektin viele Jahre als Architektin tätig und besuchte Seminare für Ölmalerei, Grafik, Aquarell, Aktzeichnen und Keramik. Sie liebt Aquarelle, die größtenteils in der freien Natur entstehen. Eine kleine Auswahl dieser auf Reisen besuchten Landschaften – auch in Italien und im Tessin – ist jetzt online zu sehen.

Familiäre Hintergründe dagegen nutzt Heike Kleffmann, um an ihren Vater zu erinnern. Sie ist beim Durchstöbern alter Fotos auf Bilder von ihm und damit an die Erinnerungen im Krieg sowie den damit verbundenen Nahrungsmangel gestoßen: „Der kleine Junge ist mein Vater. Als Kind hatte er einen Taubenschlag. Im Krieg waren seine Tauben irgendwann verschwunden – doch nicht in den Lüften, sondern im Kochtopf.“ Als Hintergrund hat die freischaffende Künstlerin, die auch als Dozentin für die Volkshochschule Meerbusch arbeitet und 2008 mit dem St. Andreas-Publikumspreis Nationalpark-Harz ausgezeichnet wurde, alte Landkarten gewählt: „Sie könnten für die Wege des Lebens stehen.“

Uwe Rips geht andere künstlerische Wege, nutzt die neuen Techniken, um Objekte und Skulpturen zu erstellen: „Bevor ich mit der Arbeit beginne, erfolgt die Vorbereitung und Ideensammlung zum Teil anhand von 3D-Modellen am Computer, zum Teil aber erst bei der Arbeit – immer inspiriert durch die Eigenschaften des Metalls beim Schneiden mit dem Plasmaschneider und dem anschließenden Verschweißen.“ Für seine Wandplastiken nutzt er Stahlblech und zieht ein Fazit: „Makellosigkeit des Materials wird aufgegeben, das reizt mich.“

Ausstellung Alle Arbeiten sind unter https://kunstkreis.meerbuscher-kulturkreis.de zu sehen.