Meerbusch: Kunst: Geschenke für die Stadt

Meerbusch: Kunst: Geschenke für die Stadt

Da staunte Jörg Schleifer (FDP) nicht schlecht. Seit vielen Jahren ist der Jurist Mitglied im Kulturausschuss der Stadt. Diesmal sollten die Kommunalpolitiker darüber entscheiden, ob die Stadt drei ihr angebotene Geschenke annehmen soll.

Dass die drei Kunstwerke aber selbst dann im Meerbuscher Stadtbild ihren Platz finden könnten, wenn die Kulturpolitiker die Annahme des Geschenks ablehnen, erläuterte Franz-Josef Radmacher (CDU). "Die Bauordnungsbehörde kann als Geschäft der laufenden Verwaltung über die Genehmigung zum Aufstellen einer Skulptur oder ähnliches im öffentlichen Raum entscheiden", sagte er.

Konkret berieten die Ratsvertreter über die Skulptur mit dem Namen "Trauernde" vom Grabmal Wilhelm Hanebals auf dem Friedhof in Büderich, das Kunstwerk "Pferdetränke" vom Verein Kleene Strömper für den Platz Schmitterhof und Teile der Berliner Mauer für das Städtische Meerbusch-Gymnasium.

Georg Neuhausen (SPD) empfahl, die Kulturpolitiker mögen über das Thema Geschenke an die Stadt erst einmal grundsätzlich diskutieren. Für Fragen wie welchen künstlerischen Wert haben die Geschenke, welche Folgekosten entstehen für die Stadt, oder gibt es Sicherheitsaspekte zu beachten könnten als Antworten Richtlinien aufgestellt werden. Kulturdezernentin Angelika Mielke-Westerlage unterstützte den Vorschlag.

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Speziell der Sicherheitsaspekt stand dann im Mittelpunkt der Diskussion über die Edelstahlplastik des Künstlers Klaus Richter für den Strümper Platz "Schmitterhof". Das auf einem 50 Zentimeter hohen Sockel aufzustellende Werk weise doch einige sehr scharfe und spitze Teile auf, an denen sich Kinder leicht verletzten könnten, sagte Irmtraud Richter von den Grünen. Birte Wienands (CDU) entgegnete, das Kunstwerk sei kein Klettergerüst, und die Eltern für die Aufsicht ihrer Kinder verantwortlich. Karl-Heinz Rütten von den "Kleene Strömper" erläuterte, dass der Verein sowohl das Honorar für den Künstler als auch die Kosten für die Strahler, die die Arbeit in den Abendstunden beleuchten, bezahle. Die Stadt übernehme die Finanzierung des Fundaments und die anfallenden Stromkosten.

Verwandte des 1981 verstorbenen Büdericher Bildhauers Wilhelm Hanebal, der unter anderem mit den Kreuzwegstationen am Dyckhof Bekanntheit erlangt hatte, haben der Kommune angeboten, die Skulptur "Trauernde" zu übernehmen und auf dem Büdericher Friedhof aufzustellen.

Zustimmung fand auch das dritte Angebot, auf der Obstwiese neben dem Schulhof des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums in Strümp zwei Originalteile der Berliner Mauer aus der Nähe des Potsdamer Platzes zu installieren. Das Transportrisiko wurde mit 7000 Euro beziffert, falls der gepflasterte Untergrund an der derzeitigen Lagerstätte in Düsseldorf beim Beladen des Lastwagens nachgebe. Für das Aufstellen der Zeitdokumente liegt der Stadt eine Spende in Höhe von 3000 Euro vor.

(RP)
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