Kunst und digitale Technik: "Kunst aus Meerbusch" macht glücklich

Kunst und digitale Technik : "Kunst aus Meerbusch" macht glücklich

Am Sonntag wird in der Teloy-Mühle eine Ausstellung eröffnet, die einen bemerkenswerten Einblick in die Kunstwelt-Vielfalt bietet.

Gudrun Junker ist überzeugt: "Kunst macht glücklich". Diese Sichtweise begründet die Organisatorin der Initiative "Kunst aus Meerbusch" so: "Die Künstler arbeiten in ihre Bilder und Objekte das Glück ein. Und dieses Gefühl überträgt sich auf den Betrachter." Die Künstlerin selbst zeigt zur Ausstellung in der Teloy-Mühle, wie breitgefächert die Möglichkeiten der digitalen Technik sind: "Sie sind für mich ein zeitgemäßes Mittel, Kunst neu zu interpretieren."

Erneuerung oder Wandel sind auch Begriffe, die Gudrun Junker bei der Auswahl der Künstler für die Jahresausstellung berücksichtigt. Sieben Künstler aus Meerbusch und vier Gastkünstlerinnen zeigen aktuell Malerei, Digitale Kunst, Collagen, Holzschnitt und spektakuläre Objekte - spektakulär wie die Installation von Gastkünstlerin Barbara Schmitz-Becker aus Nettetal. Sie liebt die Auseinandersetzung mit der Natur, hat hunderte transparente Einzelteile aus geformten Draht umspannt und geleimt - "davon schaffe ich drei bis vier pro Stunde" - , lässt sie wie ein Mobile durch die Mühle schweben, nennt die Installation "Schattengewächs" und hofft, dass sich die Besucher auch an der Projektion an den Wänden erfreuen.

Bei Nate Anspaugh, 1981 in USA geboren und seit einem Jahr in Büderich lebend, drückt die Kunst das aus, was er auf den Straßen beobachtet - Werbeplakate, Texte oder Bilder in New York oder sonst wo. Er zeigt das Gesehene in einem neuen Kontext, verwoben, verknüllt oder übereinandergeschichtet und immer bunt. Zurück am Rhein erinnern die Bilder von Marlies Blauth an die harmonische Landschaft: "Ich halte Erinnerungen fest; an Orte, die wirklich existieren, die sich in meiner Vorstellung aber immer weiter verändert und überlagert haben."

Auch bei Martin Theis geht es um Landschaftsmalerei: "Ich wähle eine andere Ausdrucksform. Das Bild kann präzise oder verschwommen sein. Der Betrachter muss genau hinsehen." Während sich Juliane Talkenberg mit der Natur als gestaltetem Landschaftsraum auseinandersetzt, stellt Ingrid Schreiber-Schatz Naturprozesse dar.

Großformatige Gewächse in unüberschaubaren Räumen stehen für das Werden und Vergehen. Ingrid Hinzen drückt ihre Gefühle in Malerei auf Stoff oder Leinwand aus und Erika Schlee zeigt Schichtungen, grobe und feine Strukturen, die den Charakter ihrer Bilder ausmachen. Mechthild Weidenbach aber weist auf den besonderen Reiz des Holzschnitts hin: "Hier sind handwerkliche Tätigkeit und Bildgestaltung verbunden."

Und Felicitas-Simone Brücher preist die Fotografie: "Die Grundlage meiner Kunstfotografie ist das zutiefst Verwobene von äußerem Eindruck und innerem Erleben." Abschließend erklärt Gudrun Junker: "Sollte ein Besucher nach mindestens elf Sekunden Betrachten einer Arbeit kein Glücksgefühl empfinden, erhält er von uns einen Glückskeks."

(mgö)