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Meerbusch: Kulturen-Engel für Meerbusch?

Meerbusch : Kulturen-Engel für Meerbusch?

Der Integrationsrat setzt sich für eine "Engel-der-Kulturen"-Bodenplatte in Meerbusch ein. Die Kosten von 2000 Euro sollen durch Verkauf von Broschen hereingeholt werden. Auch Schulen will man mit ins Boot holen.

Christentum, Judentum und Islam vereint: Mit einem "Engel der Kulturen" will der Integrationsrat der Stadt Meerbusch seine geplante "Interkulturelle Woche" im Mai 2012 abschließen. Beim "Engel der Kulturen" handelt es sich um ein Kunstprojekt der Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten aus Burscheid, die seit dem vergangenen Jahr durch Europa reisen.

In 30 Städten haben die Religionskünstler bereits ihren Friedensengel als Intarsie aus blauem Beton in den Boden gebracht — und nun soll sich Meerbusch mit einreihen. "Aus den Symbolen Stern, Halbmond und Kreuz ist in einem Kreis angelegt ein Engel entstanden", erklärt Künstler Gregor Merten das Bild. In jeder Stadt wird aus einer Metallscheibe der Engel geschnitten.

Diese "Scheibe" dient als Vorlage für die Intarsie in der nächsten Stadt, wird teilweise dorthin gerollt und soll damit die Gemeinden verbinden. Bereits 2010 machten die beiden Schaffenden eine Tour von Deutschland aus in südöstliche Richtung. Über den Balkan gelangten sie bis nach Istanbul. In Sarajevo ist unter anderem ein "Engel der Kulturen" vor einem jüdischen Kulturzentrum in den Boden eingelassen.

"In der Türkei verweigerte man uns wegen der Symbole den Zutritt. Diese durften den türkischen Boden nicht berühren", sagt Gregor Merten. Dies sei für das damalige Team aber kein Hindernis gewesen. "Wir haben einen roten Teppich genommen und ihn davor ausgelegt." Darüber rollten die Künstler dann die Engelsscheibe und auch in Istanbul konnte ein Engel eingelassen werden.

Der Boden wurde nicht berührt. Genau 2000 Euro soll das Kunstprojekt die Stadt Meerbusch kosten, das 65 mal 65 Zentimeter groß ist und rund einen Quadratmeter Platz einnehmen wird. Um die Kosten nicht auf einen Sponsor zu zentrieren, stellen die Künstler 200 Broschen ohne Aufpreis zur Verfügung.

Diese können für zehn Euro verkauft werden. Ein möglicher Verkaufsstart könnte beim Sonnenblumen-Sonntag in Büderich sein. Um möglichst viele Meerbuscher in das Kunstprojekt einzubinden, kann sich der Integrationsrat vorstellen, dass sich die Meerbuscher Schulen mit Projektwochen dem Thema vor der Einlassung in den Boden widmen. "Wir werden die Institutionen darum bitten", sagt Wolfgang Halter vom Integrationsrat. Ist in Meerbusch dann auch eine weitere zwei Zentimeter dicke Engelsscheibe ausgeschnitten, rollt auch diese weiter.

Alle Städtescheiben stapeln die Künstler auf zu einer "Abrahamssäule". "Unser Traum ist es, diese am Ende bei mindestens zwei Meter Höhe in Jerusalem als Kunstwerk zu installieren", sagt Gregor Merten und Carmen Dietrich ergänzt: "Wir stehen schon in guten Kontakten mit Israel."

(RP)