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Meerbusch: Künstler interpretieren "Die Macht des Geldes"

Meerbusch : Künstler interpretieren "Die Macht des Geldes"

Am Sonntag wird in der Teloy-Mühle eine Ausstellung zum Thema Finanzwelt eröffnet. 25 Künstler haben das Thema kreativ umgesetzt

25 Künstler. Das bedeutet 25 unterschiedliche Sichtweisen auf eine Epoche, die von globalen Finanzkrisen gezeichnet ist. Aber diese Meldungen sind es, die das Thema Finanzwelt zum gesellschaftlichen Bestandteil gemacht haben. Und jetzt nimmt sich auch die Kunst dem Auf und Ab der Märkte an, zeigt auf ihre Weise, dass die "Macht des Geldes" über viele Facetten verfügt.

In diesem Sinne beziehen die in der Teloy-Mühle im Rahmen der Serie "Meerbuschkunst" ausstellenden international bekannten Künstler Position und das tut auch Kulturdezernentin Angelika Mielke-Westerlage: "Diese Werkschau ist ein Novum. Sie setzt neue Maßstäbe und für die Serie 'Meerbuschkunst' neue Akzente." Mit Unterstützung des Meerbuscher Kulturkreises (MKK) ist es der Stadt gelungen, die Idee des Kurators und Kunstsammlers Bernd R. Meyer umzusetzen und Kunstschaffenden zur Auseinandersetzung mit einem gesellschaftlichen Phänomen zu bewegen. Namhafte Künstler, wie Anatol (Herzfeld), Felix Droese, Setsuko Fukushima, Viktor Nono, Thea Weires oder Victor Popov, hatten - fast - freie Hand. Als einzige Vorgabe erhielten sie Ausdrucke fünf historischer Wertpapiere, die sie beliebig und individuell künstlerisch verarbeiten sollten. Die Umsetzung erfolgte erwartungsgemäß kreativ variierend. So kreierte Jan Kalff, der bei Beuys und Sackenheim studierte, aus verbrannten Aktienstücken Luther's Apfelbaum und Driss Quadahi erinnerte sich an sein Architektur-/Kunststudium und auch daran, dass das Geld früher unterm Kopfkissen versteckt war. Er bastelte durchsichtige Kunststoffkissen, in denen die Aktien nun fast steril aufbewahrt sind.

Dagegen geht Conny Dietrich mit dem Thema im Karikatur-Stil kritisch um. Sie ist in Weimar geboren, hat in Leipzig studiert, hinterfragt, was man mit Geld tun kann und nimmt Charity-Größen wie Gloria von Thurn und Taxis oder Johann Lafer aufs Korn. Geld und Macht aber sind häufig auch mit Verlusten verbunden. Arandus, der nach seinem Kunststudium bei Michael Buthe in Düsseldorf und Montenegro arbeitet, zieht eine Parallele zum Glauben. Hier und dort kann das Vertrauen verloren gehen und die Erfahrung ist schmerzhaft. Der Künstler folgt konsequent seiner Intuition, demonstriert in Mischtechnik die Macht der Werbeindustrie, stellt erotisch-junge Mädchen der nüchternen, aber vielversprechenden Aktie gegenüber: "Das verdeutlicht die Doppelmoral." Wie Arandus – eins seiner Bilder hängt in einem Besprechungsraum der Stadtverwaltung am Bommershöfer Weg in Osterath – sind viele der 25 Künstler in Meerbusch keine Unbekannten. "Diese Ausstellung ist eine Art Klassentreffen, eine Künstlerfamilien-Zusammenführung", finden Angelika Mielke-Westerlage und Bernd R. Meyer. Der Kurator hat im Auftrag des MKK und der Gemeinde Schwalmtal – dort war die Ausstellung ebenfalls zu sehen – mit Unterstützung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) einen Katalog herausgegeben. Einige Exemplare sind zur Vernissage in der Teloy-Mühle am Sonntag, 11.30 Uhr, gegen eine Schutzgebühr zu erwerben. Die Künstler, die die "Macht des Geldes" in Szene gesetzt haben, suchte Meyer nach den Inhalten ihrer Arbeiten aus: "Ich war total gespannt, wie das Thema umgesetzt wird und bin positiv überrascht." Jetzt darf das Kunst-Publikum auf die Ergebnisse gespannt sein.

(RP)