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Meerbusch: Künstler als Schulleiter

Meerbusch : Künstler als Schulleiter

Seit einer Woche ist der 43-jährige Stefan Holtschneider neuer Schulleiter am Meerbusch-Gymnasium. Der Musiker und Kreative freut sich darauf, die Schüler weiter zu fördern und hofft auf stabile Anmeldezahlen.

Stefan Holtschneider lächelt — zwar noch etwas unsicher — aber doch glücklich. Seit Mittwoch hat er die Leitung des Meerbusch-Gymnasiums übernommen. "Ich habe großen Respekt vor dieser Arbeit, aber ich freue mich auch richtig auf die Aufgaben, die jetzt auf mich zukommen", sagt der 43-jährige Duisburger. Zum Einstand überreichte ihm das Lehrerkollegium eine Schultüte. "Ich bin hier sehr herzlich empfangen worden", sagt Holtschneider. Der zweifache Vater dankt es den Kollegen, in dem er sich bereits engagiert in seine neuen Aufgaben gestürzt hat.

"Ich möchte jetzt nicht hier alles umkrempeln", sagt er. "Das Gymnasium ist gut aufgestellt, und ich möchte diesen Weg weiterverfolgen. Es hat gerade erst eine Qualitätsanalyse gegeben. Diese werde ich mir genau anschauen und überlegen, wo man noch etwas ergänzen kann." Doch dabei sieht sich der Duisburger eher als Moderator. "Ich bin ein Teamplayer und möchte neue Projekte mit den Kollegen, Eltern und Schülern gemeinsam weiterentwickeln."

Beim Thema erneut sinkende Anmeldezahlen sieht der Pädagoge allerdings keine Gefahr. "Nach dem zahlenmäßigen Einbruch 2009 haben wir uns neu aufgestellt und arbeiten weiterhin an einer guten Präsenz nach außen", erläutert Holtschneider. "Wir werben sehr viel. Ich gehe davon aus, dass die Anmeldezahlen auch in nächster Zeit konstant bleiben." Angst, dass eine mögliche Sekundarschule dem Meerbusch-Gymnasium die Schüler abwerben könnte, hat er nicht. "Im Gegenteil — dies wäre doch eine Ergänzung für uns. Wir nehmen schließlich auch Realschüler auf."

Holtschneider ist kein unbekanntes Gesicht in Meerbusch. Sechs Jahre hatte er an der Maria-Montessori-Gesamtschule unterrichtet, bevor er ins Leitungsteam der Ernst-Barlach-Gesamtschule in Dinslaken wechselte. Nach seinem Biologie- und Musik-Studium war der 43-Jährige, der optisch durch seinen langen Zopf und seine extravagante Brille hervorsticht, auch bereits als Künstler erfolgreich.

Seine Bilder und Skulpturen waren bereits mehrfach in Galerieausstellungen zu betrachten. "Und meine Examensarbeit — eine dreiteilige Betonskulptur — steht noch bis heute in der Uni in Essen", sagt Holtschneider. Zudem ist der Künstler auch sehr musikalisch. "Ich spiele seit 1995 Didgeridoo (australisches Blasinstrument) — allerdings lediglich als reines Hobby", sagt der Schulleiter bescheiden. "Darüber hinaus lese ich gerne, gehe Schwimmen oder zum Fitnesstraining." Lange Zeit hatte er zudem Wasserball gespielt.

Die Schüler konnten ihren neuen Rektor auch bereits beäugen. Auf der Altweiber-Party am Donnerstag gab es den ersten Kontakt. Die Schüler liegen dem Pädagogen sehr am Herzen. "Ich arbeite gerne mit jungen Menschen zusammen", sagt er. Deshalb ist der Schulleiter auch etwas betrübt, dass sein neuer Job es nicht mehr so oft zulässt, zu unterrichten. "Doch komplett darauf verzichten, möchte ich auf gar keinen Fall", sagt Stefan Holtschneider.

(RP/rl)