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Meerbusch: Krüger der Kreative

Meerbusch : Krüger der Kreative

Der Künstler und Illustrator ist auf vielen Feldern aktiv: Als Kulturfreund und Pädagoge kümmert er sich unter anderem um Ausstellungen und Konzerte. Auch beruflich hat der Werber stets eine Lösung parat.

Helmut Krüger wurde mehrfach bestohlen. Man hat ihm schon einige Male seine Handschrift geklaut. "Die habe ich später zufällig im Internet entdeckt", sagt der im niederländischen Amerongen geborene Lank-Latumer. "Ich habe dann eine Rechnung für die unautorisierte Benutzung meiner digitalisierten Schreibschrift geschickt und sie auch bezahlt bekommen", sagt der Grafiker, Designer, Illustrator – kurz: der Kreative. Von der Firma Horten Extra sei er einst gebeten worden, die Angebote für das Unternehmen in seiner Handschrift zu verfassen. Die sei so toll. "Ich habe mich dann daran gesetzt, meine Schrift Buchstabe für Buchstabe zu digitalisieren."

Krüger bezeichnet es als große Stärke, die ihn vom Heer der übrigen Werber abhebe, dass er über eine fast unendliche Geduld verfüge. So hat der 67-Jährige in seinem Büro in Langst-Kierst am Rheinblick eine Weltkugel aus Pflanzen, Früchten und Tieren gestaltet, die mit ihrer positiven Wirkung nicht nur als Grundlage für Gesellschaftsspiele dienen könne. 22 Jahre lang hatte der Absolvent der Folkwang-Schule in Essen sein berufliches Zentrum an der Immermannstraße in Düsseldorf – unter einem Dach mit den NRW-Redaktionen von Spiegel und Stern. Print-Produkte interessierten den Ehemann und Vater nicht nur privat. Für zahlreiche Bücher und Broschüren hat er vom Konzept über Illustration bis hin zur Marketingstrategie das komplette Paket entwickelt. So hat Krüger zum Beispiel für Karl-Ludwig Schweisfurth (Herta-Wurst), ein Buch vorbereitet, in dem der Pionier auf dem Gebiet der ökologischen Lebensmittelherstellung erklärt, warum er das tut, was er tut. Nämlich seinen Fleischkonzern an Nestle verkaufen und sich in Hermannsdorf um glückliche Schweine zu kümmern. "Das ist schon Jahrzehnte her", sagt Krüger, der sein großes Talent, frei zu malen, inzwischen auch als Pädagoge an andere vermittelt. Als Initiator und Dozent der Sommerakademie ist er Mann der ersten Stunde in der Kooperation mit der Städtischen Volkshochschule. Dort bietet er nun mit Heike Kleffmann auch Zeichen-Kurse an. "Wir haben beide rund ein Dutzend Schüler", sagt der Künstler und Lehrer. Den Blick für Proportionen, eine sichere Hand und ästhetisches Empfinden zählen zu seinen Stärken, die ihm auch als professionelles Fundament dienen. "Ich mag Anlehnungen an Cartoons", erklärt der 67-Jährige. Für einen Autoradiohersteller hat er einmal futuristische Limousinen gezeichnet, die in der Werbung eingesetzt wurden. Andere Entwürfe standen in Monumentalversion zum Beispiel auf der IAA (Internationale Automobil-Ausstellung) in Frankfurt.

Union-Investment, C&A, Kaufring, Horten, Novartis Pharma, DIVAG (Deutsche Investitions-und Vermögens-Treuhand Aktiengesellschaft) – die Liste der namhaften Kunden ist lang, für die Krüger gearbeitet hat und noch arbeitet.

(RP)