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Meerbusch: Kritik an Ausbau des Krefelder Hafens

Meerbusch : Kritik an Ausbau des Krefelder Hafens

Der Rheinhafen Krefeld plant den Bau eines neuen Terminals für Lkw und Güterzüge. Geschäftsführer Sascha Odermatt stellte die Pläne in Lank-Latum vor. Bürger und Politiker fürchten mehr Belastungen durch Lastwagen

Rund 60 Millionen Euro soll er kosten und auf einer Fläche von 135 000 Quadratmetern gleich neben dem Krefelder Rheinhafen entstehen: der neue Transterminal für Lastkraftwagen und Güterzüge. Auf Einladung des Lanker Arbeitskreises der CDU stellte der neue Geschäftsführer des Hafens, Sascha Odermatt, das Mammutprojekt jetzt Bürgern und Politikern im "Haus Baumeister" in Lank-Latum vor.

"Unser großes Ziel ist es, die Lastkraftwagen auf den langen Strecken von den Autobahnen zu holen, und ihre Güter stattdessen mit dem Zug zu transportieren", erklärte Odermatt. Genau diesem Zweck soll der neue Transterminal, der bis 2015 entstehen soll, dienen: Lkw bringen ihre Güter zu dem Bahnhof, die dann nach ganz Deutschland wie etwa München, Hamburg oder Leipzig mit dem Zug gefahren werden. Gleichzeitig können Lastwagen Güter aus aller Welt, die mit dem Zug nach Krefeld kommen, an dem Terminal in Empfang nehmen – so der Plan des Krefelder Rheinhafens, der damit auch viele neue Arbeitsplätze für die Region schaffen möchte.

Ist der Transterminal jedoch erst einmal in Betrieb, bedeutet er für die umliegenden Stadtteile sowie für Meerbusch vor allem eines: zusätzlichen Straßenverkehr. "Wir werden für den Terminal eine neue Einfahrt bauen. Diese ist über die B 288 zu erreichen", erklärte Sascha Odermatt. Gleichzeitig sei die Einfahrt zum Hafen damit an die Autobahnen A 57, A 524 und A 3 angebunden. Um den zusätzlichen Verkehr durch Lkw aufnehmen zu können, plant der Rheinhafen außerdem, die Abfahrt von der B 288 zur Terminaleinfahrt auszubauen. Der Verkehr durch Meerbusch soll durch das neue Projekt jedoch nicht betroffen sein, betonte Odermatt.

Doch genau das sehen die Meerbuscher und da insbesondere die Lanker Bürger kritisch: Sie fürchten, dass viele LKW, die nicht über die überfüllte A 57 fahren wollen, um zum Hafen zu gelangen, auf Meerbuscher Straßen ausweichen. Schon jetzt zählen die Bürger über den Tag verteilt Dutzende Lkw, die sich ihren Weg zum Hafen durch die Ortschaft bahnen. Der Ausbau des Krefelder Hafens könnte diesen Zustand noch verschlimmern, fürchten sie: "Ich bin mir sicher, dass das Hafenprojekt seine Richtigkeit hat und ich finde es auch toll, dass neue Arbeitsplätze geschaffen werden", sagte Leo Jürgens (CDU), erster stellvertretender Bürgermeister Meerbuschs. Doch der Ausbau des Hafens bedeute für die Bürger vor allem eine zusätzliche Verkehrsbelastung durch Kraftwagen. Das bestätigten auch die rund 50 Gäste, die zu der Info-Veranstaltung erschienen waren.

Jürgens sieht dabei die Stadt Krefeld in der Verantwortung: "Seit Jahren wälzt die Stadt ihre Verkehrsprobleme auf Meerbusch ab. Die A 57 ist zwischen Stratum und Krefeld immer verstopft, also weichen die Lastwagen auf unsere Straßen aus", so der Bürgermeister. Krefeld solle daher nun endlich eine Lösung für die ständig volle A 57 finden.

Gabi Pricken, Stadtteilbeauftragte der CDU in Lank-Latum und Organisatorin der Zusammenkunft mit dem Rheinhafen, sieht außerdem noch ein weiteres Problem: "Auch die Osterather werden Probleme bekommen, wenn der neue Transterminal entsteht", sagte sie. Denn die Ortschaft liegt genau an einer starkbefahrenen Zugstrecke der Bahn.

"Wenn der Terminal gebaut wird, wird auch der Verkehr auf der Bahnstrecke mehr. Und das bedeutet eine zusätzliche Lärmbelastung für die Bürger." Die Politikerin will deshalb auch weiter mit Hafen und Bürgen im Dialog bleiben.

(lai)