Krippenspiel in Meerbuscher Kirche

Konfirmanden führen das Krippenspiel auf : Die himmlische Botschaft, ganz modern

Zu Heiligabend führen Konfirmanden ein Krippenspiel mit aktuellen Bezügen auf, das Pfarrer Wilfried Pahlke geschrieben hat. „Der große Wandel“ heißt es und guckt nach Amerika und Berlin, aber auch nach Bethlehem.

Der weiße Herrnhuter Stern leuchtet über dem Altar. Links daneben blicken Esel, Ochse und Schafe aus einem Stall hervor. Die Szenerie ist gerichtet für das Krippenspiel, das am Heiligen Abend um 15.30 Uhr in der Büdericher Christuskirche aufgeführt wird.

Pfarrer Wilfried Pahlke, der bereits zum 27. Mal die traditionelle Geschichte in ein modernes Gewand gesteckt hat, hat mit Ruby Schnaudt und Ben Büchle diesmal kritische Beobachter, die ihn und die alte Geschichte hinterfragen. Sie sind (noch) nicht so begeistert wie der Pfarrer, dass die Kirche zu Weihnachten immer voll ist und „die wichtigste Botschaft der Welt“ verkündet wird.

„Der Große Wandel“, so der Titel des Stücks, sei notwendig. Darüber sind sich die drei einig. Heutzutage achte jeder nur auf sich selbst, sagt Ben. „Ja, America first“, ergänzt Ruby. Und auch in Europa stehe nicht alles zum Besten. Das hat sogar der große Kaiser Augustus erfahren, der sich von seinen Soldaten berichten lässt: „In Gallien protestieren die Menschen in gelben Westen. In Germanien gibt es Aufruhr wegen eines kleinen Waldes, der abgeholzt werden soll.“

Erneut hat Pahlke aktuelle Bezüge in sein Stück eingebaut, die zeigen, dass die himmlische Botschaft auch heute den Menschen etwas zu sagen hat. Denn der Kaiser reagiert. Er braucht Geld, um die Unruhen zu bekämpfen. Er ordnet eine Volkszählung an, um alle potenziellen Steuerzahler zu erfassen. Alle sollen sich am Ort ihrer Geburt registrieren lassen. „Und das kurbelt die Wirtschaft an. Das bedeutet Wirtschaftswachstum und mehr Steuern“, jubelt Augustus.

Die bekannte biblische Geschichte aus dem Lukas-Evangelium nimmt ihren Lauf. Mit 18 ehemaligen und heutigen Konfirmanden hat Pahlke eine Truppe um sich versammelt, die begeistert in die biblischen Gewänder schlüpft. Maria und Josef, Engel und Hirten, Augustus und seine Soldaten machen das Geschehen plastisch. Dabei tritt Josef (Maximilian Lonn) aus seiner Rolle als bloßer Laternenträger im Stall, von dem in der Bibel kein einziges persönliches Wort überliefert ist, heraus. Er entpuppt sich als Mitglied der Volksfront von Judäa, die gerade eine neue Vorsitzende, eine „Annegreta Krampa…Dingsbums“, bekommen hat. Josef ärgert sich maßlos über die neue Schikane des Kaisers. Besonders, da seine Maria (Viktoria Schultz) schwanger ist und er seinen Betrieb, der in Schwierigkeiten steckt, zurücklassen muss: „Keine Fachkräfte. Der Markt ist leer gefegt!“ Doch auch er muss sich beugen und mit seiner schwangeren Frau nach Bethlehem reisen. Wo am 24. Dezember in einem Stall der Messias geboren wird, Jesus von Nazareth. „Es macht mir immer wieder Freude, ein neues Stück zu schreiben“, berichtet Pahlke – auch wenn er sich so manche Nacht um die Ohren geschlagen habe.

Es sei ihm aber wichtig zu zeigen, dass „der große Wandel“ auch heute noch stattfinden könne. „Die Geburt von Jesus ist das größte Geschenk, das uns passieren konnte. So alt und doch so aktuell“, wie Ruby es ausdrückt. Man müsse es nur annehmen.