1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Kreispolizei sensibilisiert für Trickbetrüger

Meerbusch : Kreispolizei sensibilisiert für Trickbetrüger

Die Rauchmeldepflicht findet Erwin Richter gut. Dennoch ist der Neusser besorgt: "Sicherlich gibt es bald Betrüger, die sich bei älteren Personen als Überprüfer ausgeben und dann alles mitnehmen, was Wert hat." Dabei gebe es keine Behörde, die den Einbau von Rauchmeldern überprüfe. Die Kreispolizei nimmt solche Sorgen ernst - und warnt vor den Maschen von Trickbetrügern. Kriminalhauptkommissar Franz-Josef Rytlewski kennt den Einfallsreichtum der Kriminellen. Mit einem Drei-Säulen-Modell will er die Bürger für richtiges Verhalten sensibilisieren, damit sie nicht zum Opfer werden.

Helfer-Verhalten Die Täter suchen sich gerne ältere Bürger als Opfer aus. "Das ist eine Generation, die noch von der Nachkriegszeit geprägt ist - also einer Zeit, wo Helfen eine zentrale Tugend war", sagt Rytlewski. Diese Hilfsbereitschaft nutzen die Täter aus. "Die Täter gehen mit variationsreicher Methodenvielfalt vor", sagt Rytlewski. "Im Kern geht es immer um Ablenkung und Stress." In der Regel würden Telefonverzeichnisse nach alt klingenden Vornamen durchsucht. Dort versuchen sie es mit dem Enkeltrick, geben sich als Familienangehöriger in einer Notlage aus - und erbeuten so Geld. "Mit dem Enkeltrick wurde 2015 in NRW ein Schaden von elf Millionen Euro verursacht", sagt Rytlewski. Immerhin: Viele Bürger sind inzwischen sensibilisiert. "Auch dank der Aufmerksamkeit von Mitarbeitern der Geldinstitute wurden im vergangenen Jahr in Neuss mehrfach Enkeltricks verhindert."

Verhalten in Wohnung und Haus Klare Vorgabe der Polizei: Keinen Handwerker, den man nicht bestellt hat (oder der vom Vermieter angekündigt wurde), hereinlassen. "Am besten lässt man überhaupt keinen Fremden hinein", rät Rytlewski. Denn "falsche Handwerker" seien immer wieder im Stadtgebiet unterwegs. "Da stehen die Täter im Blaumann vor der Tür und behaupten, beim Nachbarn sei ein Wasserrohrbruch, und sie müssten dringend in die Wohnräume des Opfers", erklärt Rytlewski. Das Opfer befürchtet einen schlimmen Schaden und gerät in eine Stresssituation. Der vermeintliche Handwerker lotse oft unbemerkt einen Komplizen in die Wohnung, dann wird Beute gemacht. "Falsche Handwerker" erbeuteten 2015 in NRW rund 1,8 Millionen Euro. Zurzeit im Umlauf: Betrüger geben sich als Polizisten aus, rufen zum Teil sogar mit der 110 im Display bei den Opfern an und behaupten, deren Name sei auf einer Liste von Einbrechern gefunden worden. Nun müsse die Polizei die Wohnung checken. "Die Polizei ruft nicht mit der 110 an", stellt Polizeisprecherin Diane Drawe klar. Vielmehr nutzen die Täter das sogenannte "Call-ID-Spoofing". Damit können Anrufe unter einer vorgetäuschten Rufnummer geführt werden. Die Methode wird auch beim Enkeltrick angewandt - zum Beispiel, um einen Anruf aus Neuss vorzutäuschen.

Verhalten bei Anrufen Die Täter melden sich gerne mit einer Frage - zum Beispiel "Rate mal, wer hier ist" - und verwickeln das Opfer in ein Gespräch. Dann wird eine Notlage geschildert, es werden finanzielle Forderungen gestellt. "Nicht darauf eingehen und am besten einfach auflegen", rät Rytlewski.

(RP)