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Meerbusch: Kraftprotze mit Eleganz

Meerbusch : Kraftprotze mit Eleganz

Die V8 Freunde Meerbusch feierten auf der Festwiese in Ilverich und bestaunten mit dem Publikum rund 150 Straßenkreuzer aus den 50er, 60er und 70er Jahren sowie Motorräder.

Ilverich Das Ganze ähnelt einer großen Party. Menschen, denen man ansieht, dass sie überzeugte Anhänger des amerikanischen Lebensstils und Traums von Freiheit und Abenteuer sind, stillen ihren Hunger mit deftigem Grillfleisch, den Durst am liebsten mit Bier und unterhalten sich angeregt. Dabei steht allerdings ein Thema im Mittelpunkt: Der so genannte Big Block, der klassische amerikanische V8-Motor, und reichlich ausladendes Blech drumherum.

Zum zweiten Mal luden die V8 Freunde Meerbusch Gleichgesinnte und Harley-Fahrer zum Treffen, das am vergangenen Wochenende erstmals auf der Festwiese in Ilverich ablief. Das erste Treffen des 1981 gegründeten Freundeskreise fand vor einem Jahr in Neuss statt. "Den Reinerlös von 2700 Euro haben wir der Bürgerstiftung ,Wir in Meerbusch' sowie an den Bürgerverein Ilverich gespendet", sagt V8-Chef Michael Maaßen.

Auch Bürgermeister Dieter Spindler ließ sich von der Faszination der Straßenkreuzer, von denen rund 150 Fahrzeuge, darunter Klassiker aus den 50er, 60er und 70er Jahren, Pickups und Vans sowie Harley-Davidson-Motorräder in Reih' und Glied auf der Wiese geparkt waren, anstecken. "Highlights sind sicherlich ein Hot Rod in Bestzustand sowie meine Harley, Baujahr 1929", erklärt Michael Maaßen. 6,6 Liter Hubraum ist auf der Hutze des Pontiac Trans Am zu lesen. Also kein Vehikel für Menschen, die an der Tankstelle für zehn Euro tanken. "Schluck du ..." ist auf dem Tankdeckel eines bulligen Pickups zu lesen. Ein Cadillac Fleetwood aus den frühen Sechzigern, cremeweiß mit metallicblauem Dach und dezenter Heckflosse, repräsentiert weniger den Kraftprotz als gestreckte Eleganz.

Mit einem Original Polizeiwagen, der einst in Fort Lauderdale patrouillierte, ist Achim Uellekes unterwegs. Das Auto, das der Krefelder über das Internet gekauft hat, zeigt sich bis auf einen leicht lädierten Fahrersitz in allerbesten Zustand. "Lediglich die Lampen aus der Lichterbrücke auf dem Dach musste ich entfernen", so der Krefelder, der allerdings noch neun lange Jahre bis zum H-Kennzeichen warten muss. Erst dann darf er "Einsätze" auch in innerstädtischen Umweltzonen fahren. Auch der Erlös des aktuellen Treffens soll wieder an die Bürgerstiftung gehen. "Wir würden gern einen Beitrag für das im früheren Güterbahnhof Osterath geplante Jugendcafé leisten" erklärt Michael Maaßen.

(RP/rl)