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Meerbusch: Konzert: Barock und zeitgenössische Musik vereint

Meerbusch : Konzert: Barock und zeitgenössische Musik vereint

Der Meerbuscher Komponisten Norbert Laufer präsentierte seine erste Solokantate.

Barock und zeitgenössische Musik vereint — das konnten die Besucher des musikalischen Festgottesdienstes am ersten Weihnachtstag in der Büdericher Christuskirche erleben. Neben der Bach-Kantate "Jauchzet Gott in allen Landen" für Sopran, Solo-Trompete, Orchester und Orgel erklang die Solokantate "Immer wieder", in der ein Streichquartett das Orchester ersetzte.

Die Solokantate ist ein Werk des Meerbuscher Komponisten Norbert Laufer und wurde in diesem Gottesdienst uraufgeführt. Dass die Bach-Kantate Teil des Festgottesdienstes sein würde, stand bereits fest, als der Büdericher Kantor Ingo Hoesch die Komposition einer zeitgenössischen Kantate anregte — eine Idee, die Laufer sofort aufnahm: "Ich komponiere gerne für bestimmte Anlässe". Auf diese Weise kam es zu einer besonderen Kombination: Dissonanzen, große Tonabstände und komplizierte Rhythmen von Laufer trafen auf den barocken Stil Bachs. Die Werke ließen zwei durch 200 Jahre getrennte Musikepochen aufeinandertreffen und priesen, jedes auf seine Art, das Wunder der Geburt Christi.

Der Titel von Laufers Solokantate, "Immer wieder", leitet sich von Hermann Hesses Gedicht "Der Heiland" ab, das neben dem Text "Es gibt noch Wunder" von Christian Morgenstern in der Kantate vertont worden ist.

Den Titel griff Pfarrer Wilfried Pahlke in seiner Ansprache auf: "Immer wieder sind wir auf der Suche nach Urvertrauen", so Pahlke. Urvertrauen, das wir jedes Jahr wieder finden, denn "Gott wird Mensch", betonte Pahlke. Gott helfe so, aus der Welt der Statistiken, der "knallharten Finanzpolitik" auszubrechen, "denn der Mensch ist nicht nur zählbar — Gott zählt sich jetzt zu uns", so Pahlke, "das ist ein Wunder, das immer wieder neu geboren wird."

Laufer zeigte sich begeistert von der Uraufführung seines Werks: "Ich finde, das ist ein tolles Ergebnis, ich bin überwältigt — das ist eben ganz anders, als das Stück nur am Schreibtisch zu schreiben." Der nächste Auftrag ist bereits vergeben: Zum Jubiläum "50 Jahre Christuskirche" im kommenden Jahr wird Laufer ein Oratorium komponieren. Die Uraufführung ist für den Herbst geplant.

(RP)