Konverter in Meerbusch: Standort Osterath ist laut Amprion am besten geeignet

Umstrittener Konverter: Netzbetreiber Amprion favorisiert Osterath als Standort

Der Netzbetreiber hat die Unterlagen für das Bundesfachplanungsverfahren eingereicht. Darin steht der Meerbuscher Standort auf Platz eins. Nach Angaben von Amprion wäre der Konverter dort 700 Meter von Häusern entfernt.

Mit Betroffenheit haben am Donnerstagabend die Politiker des Hauptausschusses auf eine Nachricht reagiert, die sich in den vergangenen Tagen schon angekündigt hatte. Osterath ist der favorisierte Standort für den Konverter. „Das ist genau das, was wir befürchtet haben“, sagte Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage, die von einem Treffen mit Amprion am Vortag berichtete. Darin habe sie erfahren, dass die Kaarster Dreiecksfläche wegen so genannter „Realisierungshemmnisse“ nicht mehr bevorzugter Standort sei.

Bisher hatte der Netzbetreiber Amprion immer hervorgehoben, an der Dreiecksfläche als Konverter-Standort festzuhalten. Osterath war der Plan B, die Notlösung, falls der Kaarster Standort weiter kiesgebunden bleiben sollte. Das klingt mittlerweile anders: „Im Ergebnis schneidet der Standortbereich am südlichen Ortsrand von Osterath (II/2) am besten ab. Er hat keine vergleichbaren planungsrechtlichen Restriktionen wie die Dreiecksfläche Kaarst und hebt sich durch eine kurze Anbindungsleitung sowie den großen Abstand von circa 700 Meter zur geschlossenen Wohnbebauung von den anderen Standortbereichen ab“, heißt es in einem aktuellen Informationsschreiben von Amprion.

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Die Firma hat am 14. September fristgerecht die Bundesfachplanungsunterlagen für die Gleichstromverbindung Ultranet bei der Bundesnetzagentur vorgelegt und dafür auch einen vertieften Standortvergleich für fünf Bereiche vorgelegt: Kaarst, Meerbusch, Neuss und Willich. Osterath liegt dabei jetzt auf Platz eins. Die Dreiecksfläche in Kaarst ist aufgrund der Zielausweisung für Kiesabbau als nicht realisierbarer Standort dargelegt. Sie würde dann gleichwertig zum Osterather Standort aufrücken, wenn über ein Zielabweichungsverfahren die Kiesbindung aufgehoben würde. „Dies müsste im Hinblick auf den Abschluss der gesamten Bundesfachplanung bis Mitte 2019 sehr kurzfristig erfolgen“, heißt es von Amprion. Die Zielabweichung erfordere die Zustimmung des Regionalrats und der Stadt Kaarst. Und weiter: „Amprion setzt sich für eine einvernehmliche Lösung mit Kaarst ein. Sollte ein Zielabweichungsverfahren nicht gelingen, setzt Amprion seine Planungen zum Konverterbau in Osterath fort.“

Amprion verhandelt zurzeit mit vier Meerbuscher Grundstückseigentümern. Nach Informationen der Bürgermeisterin verlaufen diese Verhandlungen aus Sicht von Amprion positiv. Plan sei zudem, die Osterather Tannenbaumfläche zu begrünen. Auch das Bahnwärterhaus wolle Amprion kaufen, so die Bürgermeisterin. SPD-Chefin Nicole Niederdellmann-Siemes reagierte mit Zynismus: „Vielen Dank an die Mehrheit im Regionalrat. Unsere schlimmsten Befürchtungen sind eingetreten. Kaarst kann sich entspannt zurück lehnen.“

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