Meerbusch: Konverter: Amprions Kehrtwende

Meerbusch: Konverter: Amprions Kehrtwende

Der Netzbetreiber hat jetzt erstmals eingeräumt, dass der Konverterstandort Osterath nicht alternativlos ist. Auch der Umweltbericht zum Netzentwicklungsplan gibt den Konvertergegnern Anlass zur Hoffnung

Gute Nachricht für die Konvertergegner in Osterath: Im Kreis-Umweltausschuss hat ein Vertreter des Übertragungsnetzbetreibers Amprion erstmals öffentlich eingeräumt, dass der Standort des geplanten Konverters auf einem Feld am Ingerweg in Osterath für das Unternehmen nicht alternativlos ist. Bislang hatte Amprion stets erklärt, nach Vorprüfungen von fünf möglichen Standorten sei nur Osterath übriggeblieben; der Standort sei alternativlos.

Ausschussvorsitzender Walter Boestfleisch (FDP) fragte noch einmal genau nach und ließ dann die Formulierung "nicht alternativlos" ins Sitzungsprotokoll aufnehmen. Der Rhein-Kreis Neuss sprach sich in einer Resolution gegen den Bau in Osterath aus. Wörtlich heißt darin: "Der Rhein-Kreis Neuss hält diesen Standort am Rande der Wohnbebauung für ein großes industrielles Vorhaben wie die Konverteranlage für ungeeignet und lehnt sie ab."

Seit Mittwoch gibt es einen prominenten Fürsprecher mehr. Reiner Priggen, Fraktionsvorsitzender der Grünen im NRW-Landtag, fordert: "Es muss geprüft werden, ob ein Konverter von diesem Ausmaß mitten in einem besiedelten Gebiet geplant werden muss.

Im Braunkohlerevier gibt es große Freiflächen, die ich mir als Alternative gut vorstellen kann." Das kann sich auch Meerbuschs Bürgermeister Dieter Spindler (CDU): "Ich würde keiner anderen Kommune einen Konverterstandort wie den geplanten am Osterather Umspannwerk zumuten wollen. Aber in Bereichen, in denen es wegen emissionsintensiver Nutzung ohnehin keine Wohnbebauung in der Nähe gibt – und das ist im Braunkohlerevier oder auf den weitläufigen Kraftwerksarealen der Fall – sehe ich eine sinnvolle und wünschenswerte Alternative."

Kirsten Danes, Sprecherin der Initiative gegen den Doppelkonverter Osterath, freute sich über die Überlegungen auf Landesebene: "Es ist großartig, dass wir Meerbuscher immer mehr politische Unterstützung für unser Anliegen bekommen. Bis heute konnte Amprion keine überzeugende Begründung liefern, warum die Firma für die Braunkohlestromeinspeisung an dem Standort Osterath festhält und für den Konverter mit seinen riesigen Schaltflächen nicht einen näheren und wirtschaftlich günstigeren Standort in der Nähe der Kraftwerke favorisiert."

Eine solche Platzierung legt auch der Umweltbericht der Bundesnetzagentur zum Entwicklungsplan Strom nahe. "Beim Standort zum Beispiel von Konvertern ... ist zu berücksichtigen, dass solche Nebenanlagen nicht zwingend unmittelbar am Standort des Umspannwerks errichtet werden müssen", heißt es im Bericht.

Denkbar sei beispielsweise auch, Konverter "an einem anderen Standort zu errichten" und "durch eine Stichleitung mit dem Umspannwerk zu verbinden". "Aus Umweltgesichtspunkten können sich daher besser geeignete Standorte für Nebenanlagen für die folgenden Planungsebenen anbieten", heißt es in dem Papier der Netzagentur weiter. Denn, und auch das steht in dem Umweltbericht: "Angesichts der hohen Siedlungsdichte am Niederrhein werden erhebliche Umweltauswirkungen auf das Schutzgut voraussichtlich umfangreich ausgelöst."

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2012: Treffen der "Initiative gegen den Doppelkonverter

(RP/ac/ila)