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Meerbusch: Konfi-Unterricht mit Spaßfaktor

Meerbusch : Konfi-Unterricht mit Spaßfaktor

Pfarrer Wilfried Pahlke bescherte den diesjährigen 50 Konfirmanden der Evangelischen Kirchengemeinde Büderich mit einer kompakten Vorbereitung eine unerwartet unterhaltsame Zeit. Ausflüge inklusive.

Die Erwartungen waren nicht hoch. "Aber sie wurden bei weitem übertroffen." Das sagen 12- und 13-Jährige, die am Sonntag in der Christuskirche in Büderich konfirmiert werden. Die Zwillinge Fiona und Annika Girnth, Stella Eicher und Quentin Jörgens setzen noch eins drauf: "Der Konfi-Unterricht hat richtig viel Spaß gemacht."

Aber auch Wilfried Pahlke, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Büderich, macht den diesjährigen insgesamt 50 Konfirmanden ein Kompliment: "Seit fast 30 Jahren unterrichte ich angehende Konfirmanden. Aber so einen Spitzenjahrgang hatte ich noch nie. Da hat alles besonders gut gepasst."

Er verweist nicht ohne Stolz darauf: "96 Prozent der potenziellen Jugendlichen unserer Kirchengemeinde gehen hier zur Konfirmation." Dass - wie die Kaarsterin Stella - auch Jugendliche aus den umliegenden Städten nach Büderich kommen, liegt an einem Konzept, das Pfarrer Pahlke vor rund zehn Jahren eingeführt hat: "Uns war klar, der Unterricht muss kompakter werden. Die Konfirmanden sind in den höheren Klassen mit zunehmenden schulischen Aufgaben belastet. Deshalb haben wir uns für ein Einjahresprogramm entschieden", erklärt Pahlke.

Dort wird eine Menge hineingepackt. Bereits beim Begrüßungswochenende mit einer Rallye durch die Kirche "gibt's schon Action". Im normalen Unterricht lockern Zwischenstationen wie Wochenendreisen nach Cuxhaven mit der Aufarbeitung von Themen zu den Sakramenten aber auch viel Freizeit beispielsweise bei einem Eishockeyspiel-Besuch - Pfarrer Pahlke ist Fan der Krefeld Pinguine - Exkursionen am Wattenmeer und Bernsteinschleifen den Unterricht auf.

Dieses Ziel hat auch "Konfi to go", ein Sternmarsch durch Meerbusch mit Halt im Johanniter-Stift, "als letzte Station des Lebens, das ist bewusst so gewählt" sowie eine Abschlussfreizeit im Oberbergischen Land: "Dort haben wir gezielt am Konfirmationsspruch gearbeitet und waren zusätzlich sehr kreativ." Annika, Fiona und Stella überlegen schon jetzt, wie und wo sie sich nach Konfirmation und dem Nach-Konfi-Abend treffen könnten: "Wir sind wie eine Familie zusammengewachsen. Die Konfi-Zeit hat so viel Spaß gemacht."

Die Mädchen bringen sich bereits in die Gemeindearbeit ein, treffen sich wöchentlich unter der Leitung von Sabine Pahlke, um Ideen für die Gestaltung des Kindergottesdiensts einzubringen. Und Quentin hat einiges aus dem Unterricht mitgenommen: "Bibelgeschichten haben für mich vorher keinen Sinn ergeben. Jetzt sehe ich die Zusammenhänge und verstehe die Verbindung." Für diese vier Jugendlichen war es selbstverständlich, zur Konfirmation zu gehen. "Es war unser Wunsch, neue Leute kennenzulernen und in die christliche Gemeinde einzutreten", sagen die Zwillinge. Die meisten der Konfis kennen den Pfarrer schon lange: "Seit der Taufe."

Wilfried Pahlke, seit 28 Jahren in der evangelischen Gemeinde, pflegt ohnehin langanhaltende Kontakte zu ehemaligen kirchlichen Schülern: "Gerade hat mich ein jetzt in Hamburg lebendes Paar gebeten, sie dort zu trauen."

(mgö)