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Kommunalwahl 2020 in Meerbusch: Piraten wollen für Die Partei antreten

Kommunalwahl 2020 : Meerbuscher Piraten treten für Die Partei an

Bei der Kommunalwahl wollen sie zudem mit einer eigenen Bürgermeisterkandidatin ins Rennen gehen. Als Spitzenkandidat soll Ratsmitglied Marc Becker antreten. Doch noch fehlen der Partei die notwendigen Unterschriften der Bürger.

Die Piraten wollen bei der anstehenden Kommunalwahl für die Satirepartei Die Partei antreten. Laut Marc Becker, der aktuell für die Piraten im Stadtrat sitzt, hat das vor allem pragmatische Gründe. Im Gegensatz zu anderen Parteien erlauben Piraten und Die Partei eine Doppelmitgliedschaft, weshalb viele Piraten schon länger auch bei Die Partei aktiv sind. Da Letztere mit 45 Mitgliedern jedoch deutlich mehr Personal als die Piraten hat, sei es leichter gewesen, die notwendigen Kandidaten zusammenzubekommen. Was aktuell noch fehlt, sind genügend Unterschriften von Meerbuscher Bürgern, damit die Partei kandidieren darf. Bis Freitag bleibt Marc Becker, der als Spitzenkandidat auf der Liste antreten möchte, und seinen Kollegen noch Zeit dafür. Auch eine Bürgermeisterkandidatin soll bei der Kommunalwahl antreten. Dafür wurde die 30-jährige Lisa Granderath aus Grevenbroich auserkoren, die bislang jedoch kaum Verbindungen zu Meerbusch hat. Dass sie aktuell die einzige Bewerberin um die Nachfolge von Angelika Mielke-Westerlage (CDU) wäre, wird spöttisch mit dem Slogan „Unser Mann für Meerbusch“ aufgegriffen.

Bei diesem Slogan stellt sich die Frage, wie ernsthaft Becker als Spitzenkandidat im Fall einer Wiederwahl in Zukunft arbeiten möchte. „Vielleicht braucht der Stadtrat einfach mal den nützlichen Hofnarren, der ihm den Spiegel vorhält“, kündigt er an. Man habe es in den vergangenen Jahren seriös probiert, deshalb wolle man jetzt ein wenig lauter werden. Trotzdem wollen er und seine Kollegen nicht nur auf Satire setzen, sondern sich auch mit ernst gemeinten Vorschlägen einbringen. Davon lassen sich auf der Webseite jedoch aktuell nur wenige finden. So wird dort eine Mauer mit Stacheldraht und Wachturm um das „Eliten- und Reichenviertel“ in Büderich zum Schutz der dortigen Einwohner gefordert. Einfamilienhäuser sollen durch preisgünstige Hotels ersetzt werden , um den Anstieg von Mietpreisen zu stoppen. Zudem sollen die Rheingemeinden durch eine Gondel mit Büderich verbunden werden. Letzteres sei aber gar nicht so abwegig, sagt Marc Becker. Diese Lösung sei günstiger und effizienter, als Bahngleise zu verlegen oder Busse einzusetzen.

Aktuell bilden die Meerbuscher Piraten im Stadtrat noch eine gemeinsame Fraktion mit den Linken. „Die Zusammenarbeit war bislang hervorragend“, sagt Becker. Dass die Piraten nun als Die Partei antreten wollen, sei von den Linken gut aufgenommen wurden. Ob man auch in Zukunft eine gemeinsame Fraktion bilden wird, müsse sich nach der Wahl zeigen. Vorausgesetzt, dass Die Partei genügend Wählerstimmen und vor allem genügend Unterschriften für eine Kandidatur zusammen bekommt.