Knochenmarkspender für Lehrerin aus Meerbusch gefunden

DKMS-Typisierungsaktion : Knochenmarkspende für Lehrerin aus Büderich gefunden

Wer genau der Stammzellenspender für Claudia Gross ist, ist unklar. Fest steht nur, dass sie bald transplantiert werden kann.

Die Erleichterung ist Caroline Klingen förmlich anzuhören: „Ja, wir haben endlich einen Stammzellenspender gefunden“, bestätigt die  Tochter der an Blutkrebs erkrankten Claudia Gross am Telefon.

Mitte Juni war bei der 64-jährigen  Gross eine Form Leukämie, eine so genannte chronische myelomonozytäre Leukämie, diagnostiziert worden, die ohne eine passende Stammzellenspende als unheilbar gilt. Nun gibt es jedoch zumindest die Hoffnung auf eine langfristige Besserung. „Wir hatten letzte Woche einen Termin in der Uniklinik, in der uns mitgeteilt wurde, dass ein passender Spender gefunden wurde“, erzählt Gross‘ Tochter Klingen. Dabei habe es sogar mehrere in Frage kommende Spender gegeben, doch nur einer habe sich nach einigen Tests als optimale Übereinstimmung herausgestellt.

Der Spender sei männlich, aus Deutschland und über die Deutsche Knochenmarksspenderdatei (DKMS) gefunden worden, so Klingen. „Er hat bisher eine vorläufige Einwilligung unterschrieben, aber wir warten noch auf die endgültige Bestätigung, dass alles passt“.

Erst Mitte September hatte der Meerbuscher Handballverein (MHV) bei seinem Saisoneröffnungsspiel gemeinsam mit der DKMS und den Stadtwerken zu einer Typisierungsaktion aufgerufen, um mögliche Spender für Claudia Gross zu finden. Gross lebt seit 1978 in Büderich und arbeitet seit fast 30 Jahren als Lehrerin an der St. Mauritius-Grundschule.  Nebenher engagiert sie sich in der Kirchengemeinde St. Mauritius und Heiliger Geist.

Dem Aufruf der Handballer waren 126 Besucher gefolgt. Dass der nun ausfindig gemachte Spender jedoch bei dieser Aktion gefunden wurde, glaubt Caroline Klingen nicht, dafür sei die Registrierung zu kurzfristig erfolgt.

Froh sind Caroline Klingen und die gesamte Familie doch allemal: „Wir freuen uns natürlich riesig, dass wir jemanden gefunden haben“, sagt Klingen. Gleichzeitig weiß sie auch, dass es für eine endgültige Erleichterung noch zu früh ist: „Die weite Wanderung steht uns  noch bevor“.

Ende des Monats geht Claudia Gross ins Krankenhaus. Am 24. Oktober soll sie zur Aufnahme kommen, danach ist die Chemotherapie angesetzt. Im etwa gleichen Zeitraum solle der potentielle Spender dann die nötigen Medikamente zur Knochenmarkspende erhalten.

„Nach den fünf Tagen Chemo wird dann hoffentlich die Transplantation folgen können“, so Klingen. Die anschließenden 30 Tage nach der Prozedur werden dann sehr entscheidend sein, erklärt Gross‘ Tochter: „Sie wird dann wenig bis keinen Besuch erhalten dürfen, da sich erst ihr Immunsystem wieder aufbauen muss“.

Mögliche Erreger von anderen Menschen könnten diese Regenerationsphase gefährden.  Erst, wenn das Immunsystem aufgebaut ist, können die Krebszellen angegriffen werden. „In den meisten Fällen bleibt wohl ein Prozent der Krebszellen im Körper zurück“, sagt Klingen. Die Sterblichkeitsrate läge bei etwa zehn Prozent.  

Zur Typisierungsaktion hatte auch der MHV aufgerufen. Foto: RP/MHV

Aktuell gehe es ihrer Mutter gut: „Man sieht ihr die Krankheit nicht so sehr an“, so Klingen. „Sie ist erstaunlich tapfer und jetzt motiviert, den Weg weiterzugehen und hat schon Pläne für das nächste Frühjahr“.