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Meerbusch: Knirpsmühle: Kita saniert, Gestank bleibt

Meerbusch : Knirpsmühle: Kita saniert, Gestank bleibt

Für einen sechsstelligen Betrag hat die Verwaltung in den Sommerferien einen großen Wasserschaden in der Kindertagesstätte saniert. Eltern klagen: Der muffige Geruch ist geblieben. Die Stadt kündigt eine neue Messung an

Faulig. Muffig. Verbraucht. Die Eltern der Kindergartenkinder der Kita Knirpsmühle haben verschiedene Wörter, um den Geruch zu beschreiben, der in dem Gebäude herrscht. "Die Erzieherinnen haben Raumlüftungspläne aufgestellt. Aber je nach Wetterlage helfen die nicht. Dann ist da wieder dieser Geruch", sagt Ute Franke, Mitglied des Gesundheitsteams der Kindertagesstätte. "Dieser Geruch setzt sich in den Haaren der Kinder fest, zieht in die Kleidung ein."

Schon seit Jahren müffele es in der Kita Knirpsmühle, berichtet Franke. Bei einer Umfrage unter den Eltern der insgesamt 65 Kita-Kindern hätten 96 Prozent angegeben, dass sie diesen unangenehmen Geruch wahrgenommen haben. "Die Stadt schickte in Absprache mit dem Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss einen Gutachter, der die Schadstoffbelastung gemessen hat", berichtet Franke. Ergebnis, über das die Eltern Ende Juni informiert wurden: Es gibt keine Gesundheitsgefährdung. Wohl aber eine Geruchsbelästigung, hervorgerufen durch so genannte Chloranisole.

"Auch wenn das Untersuchungsergebnis erfreulicherweise das Vorhandensein gefährlicher Stoffe nicht bestätigt hat, blieb es unbefriedigend, dass die Raumluft nach wie vor als verbraucht und unangenehm empfunden wurde", sagt Meerbuschs Sozialdezernentin Angelika Mielke-Westerlage.

Nach einem lange unentdeckten Wasserschaden, bei dem aus einem Haarriss über längere Zeit Wasser den Boden in Abstellraum, Büros und Flur der Kita komplett durchfeuchtete, ließ die Stadt die Kita in den Sommerferien für einen sechsstelligen Betrag sanieren. "Aber der muffige Geruch ist noch immer da", sagt Franke. Wahrscheinlich sei, dass die beim Bau des in den 1970er Jahren in Fertigbauweise errichteten Pavillons verwendeten Holzzschutzmittel für die Geruchsbelästigung verantwortlich seien. "Wir sind der Meinung, dass nach diesem neuerlichen Vorfall ein Abriss des bestehenden Kindergartengebäudes und ein Neubau ohne belastende Materialien und Stoffe die beste Alternative wäre."

Sozialdezernentin Mielke-Westerlage hingegen ist zuversichtlich, dass der Wasserschaden die Ursache des Geruchs ist. In einer Vorlage für den nächsten Jugendhilfeausschuss am 24. September schreibt sie wörtlich: "Mit großer Wahrscheinlichkeit kann davon ausgegangen werden, dass der Rohrbruch ursächlich für die Geruchsbelästigung in der Einrichtung ist." Chloranisole benötigten für ihre Bildung Feuchtigkeit, erläutert Mielke-Westerlage. "Wird die Feuchtigkeitszufuhr abgestellt, werden durchfeuchtete Materialien entfernt, so ist die Bildung von diesen Substanzgruppen unterbunden." Genau das sei bei der Sanierung nach dem Wasserschaden passiert. "Der gesamte Bodenbereich wurde bis zur Rohsohle ausgebrochen. Die im Flur angebrachten Holzpaneele, Spanplatten und Dämmplatten waren ebenfalls durchnässt und wurden erneuert.

Um ganz sicher zu gehen, hat der Mielke-Westerlage unterstellte Fachbereich Umwelt eine erneute Untersuchung der Raumluft veranlasst. Sie soll am 25. September durchgeführt werden. Bei der Untersuchung soll untersucht werden, ob Sporenelemente und Chloranisole nachweisbar sind – und in welcher Größenordnung. Mielke-Westerlage: "Diese Untersuchung soll zeigen, ob die Sanierung erfolgreich war."

(RP)