1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Klimamanager gesucht

Meerbusch : Klimamanager gesucht

Ein bezahlter Klimaschutzmanager soll Stadtverwaltung, Firmen und Bürgern beim CO2-Sparen helfen. Er könnte im Januar 2013 seine Stelle antreten. Dafür gibt es reichlich Fördergeld aus Berlin.

Der Klimaschutz schafft in Meerbusch Jobs. Zumindest einen: Ab Januar 2013 soll sich ein für drei Jahre angestellter Klimaschutzmanager um die CO2-Einsparung bei Verwaltung, Firmen und Bürgern kümmern. Kosten pro Jahr: 53 000 Euro. Morgen wird das Thema im Hauptausschuss diskutiert. Eine Entscheidung sollte schnell fallen — Denn nur, wenn der Plan bis zum 31. März beim Bundesumweltministerium eingereicht wird, besteht die Möglichkeit, dass der Bund 65 Prozent der Kosten übernimmt.

Hintergrund: Die Meerbuscher produzieren fleißig Treibhausgase. Rein rechnerisch entfällt auf jeden Bürger pro Jahr ein Kohlendioxid-Ausstoß von 8,9 Tonnen. Der größte Anteil (rund 41 Prozent) wird aus den 27 400 Wohnungen in die Luft geblasen, 37 Prozent durch die etwa 36 000 in Meerbusch zugelassenen Autos. Für ein Fünftel des CO2 sind Firmen verantwortlich. Die Zahlen stammen von der Energieagentur NRW.

2007 hatte die Stadtverwaltung mit ersten Schritten zum Klimaschutz begonnen

Verwaltung und Politik sind übereingekommen, den Ausstoß des Treibhausgases in Meerbusch "radikal zu senken". Wege dorthin wird ab Juni ein von von Stadt und der Adapton Energiesystem AG (Aachen) erstelltes Klimaschutzgutachten aufzeigen. Es soll aber nicht bei der bloßen Absichtserklärung bleiben: Geplant ist die Einsetzung eines Klimabeirats aus Vertretern von Verwaltung, RWE und WBM, der die Bemühungen zur Schadstoff-Einsparung koordinieren soll. Angesichts der Komplexität des Themas und des Arbeitsaufwands soll die Stelle des bei der Stadt angestellten Klimaschutzmanagers geschaffen werden. Meerbusch folgt damit dem Beispiel diverser anderer Kommunen. Die Nachbarstadt Willich verfügt beispielsweise seit Juli 2011 über einen Klimamanager. Die Stelle ging an einen 32-jährigen Geographen, der sich auf Klimatologie spezialisiert hat. Er soll dort nun "Initiativen aufgreifen, Aktionen, Kampagnen und Wettbewerbe ausrichten sowie die Energieberatung intensivieren".

2007 hatte die Stadtverwaltung mit ersten Schritten zum Klimaschutz begonnen: Ein Großteil des Fuhrparks wurde auf Erdgasfahrzeuge umgestellt, öffentliche Neubauten — wie die Mediothek in Büderich — wurden nach dem Passivhausstandard errichtet. Dächer öffentlicher Gebäude stellte die Stadt für Bürgersolaranlagen bereit. Die Politik hat die Verwaltung auch aufgefordert, über Flächen für neue Windräder nachzudenken.

Mit dem Beitritt zum Weltklimabündnis 2010 hat sich Meerbusch das Ziel gesetzt, den örtlichen CO2-Ausstoß alle fünf Jahre um zehn Prozent zu senken. Bezogen auf das 1990 sollen die Pro-Kopf-Emmissionen bis 2030 halbiert werden.

(RP)