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Meerbusch: Kita-Navigator kommt

Meerbusch : Kita-Navigator kommt

Angelika Mielke-Westerlage geht davon aus, dass der Kita-Navigator schon im nächsten Jahr ans Netz gehen kann. Die guten Erfahrungen aus Düsseldorf belegen den Nutzen des elektronischen Anmeldeverfahrens.

Düsseldorf hat ihn, Meerbusch will ihn auch: den Kita-Navigator. "Ich habe derzeit viele Anfragen von anderen Kommunen", sagt Düsseldorfs Jugendamtsleiter Johannes Horn. In seiner Stadt ist der Kita-Navigator seit dem 1. Oktober am Netz und wird stark nachgefragt. "Wir haben bis jetzt 7800 Anfragen", so Horn. Das sind etwa 77 Prozent aller Eltern, die ihre Kinder über das Internet anmelden möchten. "Die Rückeldung ist enorm gut. Damit haben wir nicht gerechnet", so der Jugendamts-Chef in Düsseldorf.

Die Empfehlung ist in Meerbusch schon längst angekommen. Der Jugendhilfeausschuss hat den Wunsch nach einem solchen, elektronischen Anmeldeverfahren noch einmal bekräftigt. "Ich gehe davon aus, dass wir im nächten Jahr mit dem System starten", sagt Dezernentin Angelika Mielke-Westerlage. Den Kontakt mit dem Anbieter des Programms, der ITK-Rheinland, hat sie schon hergestellt. Im Januar soll der Kita-Navigator in der Trägerkonferenz vorgestellt werden. Ebenso wie Horn setzt Mielke-Westerlage auf klare Aussagen zum Platzbedarf, zur gewünschten Betreuungszeit sowie zur pädagogischen Ausrichtung und Qualität der jeweiligen Einrichtung.

Genaue Zahlen

Eltern können künftig im Netz die Profile der verschiedenen Kitas betrachten und auswählen. Haben sie sich für eine Einrichtung entschieden, können sie ihr Kind per Mausklick anmelden. "Auch wenn Eltern ihre Kinder in mehreren Einrichtungen anmelden, wird das Kind nur einmal gezählt", sagt Mielke-Westerlage. "Wir bekommen genaue Zahlen." Hat es eine Zusage gegeben, wird das Kind aus der Liste herausgenommen.

Erfahrungsgemäß, so die Dezernentin, melden Eltern ihre Kinder bereits kurz nach der Geburt für einen Platz in der Kita an. Mit Einführung der neuen Software wird das Jugendamt auf elektronischem Weg einmal im Jahr abfragen, ob an dem Wunsch festgehalten wird.

Sollte es keine Antwort geben, oder eine negative, kann die Anmeldung gelöscht — oder im anderen Fall weiter gepflegt werden. "Manche ziehen weg oder ändern ihre Lebensplanung", weiß Mielke-Westerlage. Das soll künftig nicht mehr zu falschen Zahlen führen.

Für Eltern, die nicht über das Netz Kontakt aufnehmen wollen, bleiben Amt und Kita Anlaufstellen. "Wir können die Anmeldung mit den Eltern gemeinsam ausfüllen", so die Dezernentin.

Die Erfahrung aus Düsseldorf zeigt jedoch, dass auch Nachfragen inzwischen gern per Mail geschickt werden — Anfragen etwa zur Konfession, wenn ein Elternteil evangelisch und das andere ohne Konfession ist. "Dann suchen wir nach Lösungen", so Horn, der übrigens selbst in Meerbusch lebt und im Kirchenvorstand der Hildegundis-Gemeinde aktiv ist.

(RP)