Meerbusch: Kita-Kinder müssen in Provisorien ziehen

Meerbusch : Kita-Kinder müssen in Provisorien ziehen

Meerbusch versorgt zwar überdurchschnittlich viele Kleinkinder mit Kita- und Kindergartenplätzen. Da allerdings nicht alle Unterkünfte bis zum 1. August fertig sein werden, muss die Stadt in den kommenden Monaten improvisieren

Die Politiker im Jugendhilfeausschuss der Stadt Meerbusch haben die Verwaltung gelobt. Das liegt an der Arbeit des Teams von Sozialdezernentin Angelika Mielke-Westerlage. Ihm gelingt es in den kommenden Monaten, die Vorgabe des Landes NRW bei der U3-Betreuung deutlich zu übertreffen.

Ab dem 1. August haben Eltern einen Rechtsanspruch auf die Betreuung jedes Kindes, das das erste Lebensjahr vollendet hat. Die Landesregierung hatte gefordert, dass die Kommunen in diesem Jahr für 32 Prozent aller Unter-Dreijährigen einen Betreuungsplatz schaffen.

Bis Jahresende kommt Meerbusch auf eine Versorgungsquote von 41 Prozent — bis Mitte nächsten Jahres sogar auf 46 Prozent. "Wir sind in Meerbusch gut positioniert", sagt Angelika Mielke-Westerlage. Und das ist die Stadt, obwohl sie die Zahl der Anmeldungen der U3-Kinder (463) überrascht hat. "Mit so vielen haben wir nicht gerechnet", sagt die Dezernentin.

Dabei herrscht Unklarheit darüber, wie viele Eltern ab dem 1. August wirklich einen Kita-Platz in Anspruch nehmen. Beim Kita-Navigator schien es einigen egal zu sein, ob sie einen Platz für 25, 35 oder die vollen 45 Stunden bekommen. Darum würden Eltern alle drei Optionen anklicken — was die Planung bei der Vergabe der Plätze nicht erleichtert. Die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Osterath, Birgit Schniewind, berichtet von Gesprächen mit Eltern. "Sie wollen einen Kita-Platz. Und wenn sie keinen vollen bekommen, nehmen sie zumindest den für 35 oder 25 Stunden."

In den kommenden Monaten müssen einige Einrichtungen aber erst noch fertiggestellt werden. 15 Tageseinrichtungen wurden bereits ausgebaut, vier weitere werden neu gebaut. In Büderich entstehen "Am Flehkamp" wohl zum 1. Dezember ebenso wie durch den Umbau der Strümper Raphaelschule (ab den Sommerferien bis Mai 2014) jeweils 73 Ü3- und 22 U3- Plätze.

Eine weitere Einrichtung mit 68 Ü3- und 22 U3-Plätzen wird in Lank gebaut. Sie soll Mitte nächsten Jahres stehen. "Da wir nicht abwarten können, bis die beiden Letztgenannten fertig sind, werden fünf provisorische Gruppen eingerichtet", sagt Angelika Mielke-Westerlage. Diese sind für Kinder über drei Jahre gedacht, damit sie in anderen Einrichtungen Platz für U3-Kinder schaffen. Je ein Provisorium entsteht in der städtischen Einrichtung "Rasselbande" am Ortsrand von Osterath (fünf Autominuten vom Neubaugebiet Strümper Busch entfernt) sowie in Lank-Latum im Kindergarten St. Stephanus und in der städtischen Kita "Tabaluga".

Zwei Gruppen sollen in den Bösinghovener Räumen an der Bösinghovener Straße unterkommen. Dort wird im Oktober Platz frei, da die anderen Kinder in das dann fertiggestellte Gebäude an der Josef-Werres-Straße ziehen. Die zwei provisorischen Gruppen sollen so lange bleiben, bis der Umbau der Raphaelschule vorbei ist. "Ein bisschen hoffen wir auf die Eltern, dass sie warten, bis der Umbau fertig ist", gibt Angelika Mielke-Westerlage zu.

Für die provisorische Gruppe an St. Stephanus entschied der Jugendhilfeausschuss einstimmig, dass die Stadt den Trägeranteil in Höhe von 18 000 Euro übernimmt. Die Kosten waren im Haushalt bereits berücksichtigt.

(RP/ac/ila)