Meerbusch: Kita-Essen wird teurer

Meerbusch : Kita-Essen wird teurer

Außerdem fällt in den städtischen Betreuungseinrichtungen grundsätzlich die Erstattung für bezahlte, aber nicht eingenommene Mahlzeiten weg. Eine Rückzahlung gibt's nur unter speziellen Bedingungen.

Die Praktiker unter den Politikern setzten sich durch: Um enormen Verwaltungsaufwand einzusparen, änderten sie in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses die Regelung, wann und wie Eltern für bezahlte Mahlzeiten ihrer Kinder in städtischen Betreuungseinrichtungen Geld erstattet bekommen, wenn die Jungen und Mädchen wegen Krankheit oder anderer Gründe nicht am Mittagessen teilnehmen konnten. Demnächst gilt: Väter und Mütter bekommen grundsätzlich keine Erstattung. Es sei denn, die Kinder fehlten mindestens fünf Tage in Folge entschuldigt beim Mittagessen, und die Eltern stellen einen Antrag auf anteilige Rückzahlung ihres bereits geleisteten Beitrags. Außerdem wird der Kostenbeitrag von 2,50 Euro auf 2,70 Euro pro Essen erhöht.

Zum Hintergrund: Die Kommune muss für die Verpflegung der Kleinen in den städtischen Kindertagesstätten kräftig zuzahlen. Im vergangenen Jahr standen Kosten von knapp 200 000 Euro fürs Essen sowie gut 160 000 fürs Küchenpersonal Einnahmen von etwa 260 000 Euro entgegen. Unterm Strich musste der Steuerzahler 100 000 Euro drauflegen.

Hinzu kam ein enormer Verwaltungsaufwand. In den Einrichtungen führten die Erzieherinnen gruppenweise Verpflegungslisten. In der Stadtverwaltung erfolgten quartalsweise Abrechnungen mit stetig steigender Zahl, weil immer mehr Kinder von dem Angebot, in der Einrichtung zu essen, Gebrauch machen.

Jürgen Eimer (SPD) erklärte, dass er als Vorsitzender des Osterather Betreuungsvereins berichten könne, dass der OBV für die Verpflegung in der Offenen Ganztagsschule keine Erstattungen vornehme, wenn ein Kind sein bezahltes Essen nicht einnehme.

Gabriele Schmidt, FDP-Ratsmitglied und langjährige Leiterin des Evangelischen Kindergartens in Lank-Latum, berichtete, wie Eltern im Foyer vor dem Essenplan standen und notierten, an welchen Tagen ihre Kinder die vorgesehenen Gerichte nicht essen sollten, weil zu ungesund, zu viel oder zu wenig Fleisch oder Gemüse. "Gründe gab's genug", sagte sie – nur die Jungen und Mädchen kauten an den entsprechenden Tagen an ihrem trockenen Butterbrot und beneideten ihre Freunde, weil sie Frisches und Gesundes mit Appetit verspeisen durften.

Solche Extravaganzen sollen nun ein Ende haben. Der Jugendhilfeausschuss beschloss, zum 1. August dieses Jahres die neue Regelung einzuführen und damit Verwaltung und Stadtkasse gleichermaßen zu entlasten.

(RP)