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Meerbusch: Kita-Beirat tagt zum ersten Mal

Meerbusch : Kita-Beirat tagt zum ersten Mal

Im Kinderbildungs-Gesetz ist die Gründung eines Jugendamts-Elternbeirats für Kitas vorgesehen. In Meerbusch haben sich die Einrichtungen dafür entschieden und gewählt. Heute treffen sich die Mitglieder erstmals.

In Meerbusch hat sich ein Jugendamts-Elternbeirat gegründet. Heute treffen sich die Vertreter der einzelnen Einrichtungen zum ersten Mal. "Schon 2007 waren im Kinderbildungsgesetz Elternbeiräte für Kindertageseinrichtungen vorgesehen. Mit der Änderung des Gesetzes im Juli dieses Jahres sind Jugendamtsbeiräte auch gesetzlich verankert worden", erläutert Sabine Holtmann (36), erste Vorsitzende des neuen Gremiums. Sie ist Juristin und hat sich in die gesetzlichen Grundlagen zur Mitwirkung von Eltern auf kommunaler Ebene eingearbeitet. "Ziel ist es, die Interessen der Eltern gegenüber den Trägern von Kindertageseinrichtungen – also Stadt, Kirchen und freie Träger – zu vertreten", sagt sie. Das sei eine Kann-, keine Muss-Bestimmung.

Rederecht im Ausschuss

In Meerbusch haben sich die Kindertagesstätten für die Einrichtung eines solchen Gremiums entschieden und einen Beirat für alle gewählt, in dem es acht ordentliche Mitglieder (plus acht Stellvertreter) gibt. Peter Annacker, Leiter des Jugendamtes, begrüßt die Einrichtung dieses Gremiums sehr. Er hält die Gründung sogar eher für überfällig. Bislang hätten Kinder im Alter von null bis sechs Jahren keine offizielle Vertretung im Jugendhilfe-Ausschuss gehabt. "Jetzt können sich ihre Eltern Gehör verschaffen", so Annacker. Den Wunsch des Jugendamts-Elternbeirats, als beratendes Mitglied aufgenommen zu werden, unterstützt er deshalb. "Dafür ist eine Satzungsänderung nötig, die aber auf Antrag durchgeführt werden kann", so Annacker. Stimmrecht sei damit nicht verbunden. Annacker wird in der Sitzung des Beirats unter anderem über die Personal- und Betreuungssituation in den Einrichtungen referieren. Förderprogramme, die Beiträge und die Betreuungszeiten in den Kitas sind Themen, die von den Eltern angestoßen werden.

"Wichtig ist vor allem, dass Transparenz entsteht", sagt Holtmann, die auch in der Einrichtung ihres Sohnes als Elternbeirat aktiv ist. "Viele Entscheidungen werden nicht kommuniziert und können deshalb nicht nachvollzogen werden", weiß sie.

Sie sieht die Rolle des Gremiums deshalb auch als Kommunikator in beide Richtungen. Als Elternteil sei man einfach nah dran und bemüht, gute Bedingungen fürs Kind zu schaffen.

Holtmanns Sohn Tobias (5) besucht die Strümper Einrichtung des Kiga 71. "Das ermöglicht mir, mit gutem Gefühl meiner Arbeit nachgehen zu können. Deshalb finde ich es wichtig, auch etwas zurückzugeben und mich für die Einrichtung und damit für das Wohl der Kinder einzusetzen. Unsere Beirats-Eltern sind alle sehr engagiert", sagt sie. Sie will jetzt erst einmal einen Aushang vorbereiten, mit dem das neue Gremium sich vorstellt. "Viele Eltern wissen noch gar nicht, dass es uns gibt", sagt sie. Ihre Stellvertreterin ist Alexandra Sarwas.

(RP)