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Meerbusch: Kirchenfenster eingeworfen

Meerbusch : Kirchenfenster eingeworfen

Nach der Sprayer-Attacke am Siebenschmerzenweg haben Unbekannte ein durch eine Extrascheibe geschütztes Buntglassegment der Heilig-Geist-Kirche zerstört. Der Schaden liegt bei rund 3000 Euro.

Auch eine Doppelverglasung an der Heilig-Geist-Kirche hat ein wertvolles Buntglas-Fenster nicht schützen können: Unbekannte warfen am linken Kirchenschiff die außen liegende Scheibe aus klarem Kathedralglas ein und zerstörten ein zehn Zentimeter dahinter liegendes, etwa 80 Zentimeter breites Segment des Kirchenfensters. Grüne Glassplitter flogen bis vor die Stufe des Altars. Im Fenster klafft nun ein (mit einer Plexiglasplatte provisorisch geschlossenes) Loch in etwa fünf Metern Höhe. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befand sich niemand in der katholischen Kirche. Architekt Rudolf Dahm, der die Kirche 1966 bis 68 errichtete, schätzt den Schaden auf 2000 bis 3000 Euro. "Eher 3000. Das Segment muss ausgebaut und in einer Linner Spezialwerkstatt repariert werden". Die Fenster — an dieser Stelle ein Band mit geometrischen Mustern — waren von einer inzwischen verstorbenen Aachener Künstlerin entworfen worden. Die Gemeinde schaltete die Kreispolizei ein. Diese machte die Tat bislang nicht öffentlich.

Dahm vermutet, dass ein harter Fuß- oder Basketball den Schaden angerichtet hat. Auf der neben der Kirche liegenden Wiese spielen Jugendliche gelegentlich Fußball. Das Geschoss prallte entweder von der beschädigten Scheibe ab oder wurde von den Verursachern aus der tagsüber offenen Kirche geholt. Eine Anwohnerin hatte am Sonntag gegen 16 Uhr das Splittern von Glas gehört. Werden die Ballschützen nicht gefunden, bleibt die Gemeinde St. Mauritius und Heilig Geist auf dem Schaden sitzen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Vandalen an den Fenstern austoben. Im März 2008 wurden mehrere Scheiben eingeworfen. Dabei beschädigten die vermutlich jugendlichen Täter allerdings nur die äußere Verglasung. Die Buntglasscheiben blieben intakt. Anderthalb Jahre zuvor waren Scheiben von Unbekannten durchschossen worden. Nun wird die Gemeinde wohl die außen liegenden Glasscheiben durch einen stabileren Plexiglasschutz ersetzen.

Ende Januar hatten Unbekannte fünf Heiligenfiguren am Siebenschmerzenweg in Büderich mit grell-grüner Farbe besprüht. Vor allem die Säuberung des ebenfalls besprühten Mauerwerks erwies sich als schwierig. Der Förderverein der Gemeinde hatte die sieben Stationen erst im vergangenen Sommer für 13 500 Euro sanieren lassen. Auch am Niederdonker Kreuzweg sind Spuren von Vandalen zu sehen: Architekt Dahm zählte dort gerade drei beschädigte Schilder. Zeugen können sich bei der Kreispolizei unter 02131-3000 melden.

(RP)