Meerbusch : Kirche in Not

Johannes Freiherr von Heereman ist neuer Stellvertreter des Visitators des international tätigen Hilfswerks. Sein Rücktritt aus dem Kirchenvorstand der Pfarrei Hildegundis von Meer hat damit nichts zu tun.

Johannes Freiherr von Heereman ist derzeit nur selten in seinem Domizil in Ossum anzutreffen. Der Meerbuscher hat eine neue Aufgabe mit Führungsveranwortung im katholischen Hilfswerk "Kirche in Not" übernommen.

Als Stellvertreter des Paderborner Weihbischofs Manfred Grothe, der als so genannter Apostolischer Visitator das Hilfswerk leitet, hat von Heereman komplexe und komplizierte Aufgaben vor der Brust. In enger Abstimmung mit dem Heiligen Stuhl in Rom suchen Grothe und von Heereman nach einer "angemessenen juristischen Trägerform für das Hilfswerk, um den neuen Herausforderungen in mehr als 150 Ländern gerecht zu werden.

"Da die Not eher zu- als abnimmt und der Druck auf Christen in mehreren Regionen der Welt deutlich wächst, will sich das Hilfswerk besser auf die Not der Christen einstellen", heißt es in einer Presseerklärung. Das Hilfswerk hat Nationalsekretariate in 17 Ländern und zuletzt ein Rekordspendenaufkommen in Höhe von fast 90 Millionen Euro.

Zeitlich, aber nicht ursächlich, hänge das neue Engagement mit dem Rücktritt von Heeremans aus dem Kirchenvorstand der Großpfarrei Hildegundis von Meer zusammen, erklärte der ehemalige geschäftsführende Präsident des Malteser Hilfsdienstes im Redaktions-Gespräch. Über die tatsächlichen Gründe seines Rücktritts hat von Heereman sich bislang öffentlich nicht geäußert.

In seiner Gemeinde St. Pankratius in Ossum-Bösinghoven geht man davon aus, dass der engagierte Christ die interne Art der Kommunikation in Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand, die bisweilen persönlich und nicht immer sachlich sein soll, nicht mehr tolerieren kann. Schließlich sei er von der Diskussion über Gastpfarrer, die zu Hochfesten wie Weihnachten und Ostern die Messe lesen könnten, aber nicht dürfen, ganz direkt betroffen. Bei den Geistlichen der Legionäre Christi handele es sich um seine Söhne.

Neben von Heereman hat auch Josef Weyers aus Lank-Latum seinen Rücktritt aus dem Kirchenvorstand erklärt. "Kein Kommentar", erklärte er zu seinen Beweggründen. Für die beiden sind Michael Dlugosch aus Osterath und Max Ferdinand Tjaben-Stevens aus Strümp als neue Mitglieder in den Kirchenvorstand der aus ehemals sechs Gemeinden fusionierten Pfarrei Hildegundis von Meer nachgerückt.

(RP)