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Meerbusch: Kinetische Kunst im Apollo-Varieté

Meerbusch : Kinetische Kunst im Apollo-Varieté

Der Meerbuscher Stahlbildhauer Helmut Baur präsentiert seine Arbeiten im Apollo-Varieté. Die Ausstellung im Foyer umfasst acht kinetische Maschinen. Eine seiner Skulpturen ist Eigentum des Varieté-Betriebs.

Seit knapp 16 Jahren schreibt eine Walze "APOLLO" in den feinen Sand. Sie ist Bestandteil einer von Helmut Baur aus Stahl, Weißblech und Quarzsand erschaffenen kinetischen Skulptur, die den Titel "Für das Leben" trägt. Obwohl sie bereits Tausende von Betriebsstunden hinter sich hat, zieht sie noch immer viele Blicke auf sich. "Sie steht hier an exponierter Stelle", freut sich der Meerbuscher Stahlbildhauer über den Standort im Eingangsbereich des Roncalli's "Apollo Varieté" am Düsseldorfer Rheinufer.

Aus dem Kontakt zum Theaterleiter Ruud Steenhuisen hat sich jetzt die Möglichkeit ergeben, weitere acht "visionäre kinetische Maschinen" im Apollo-Foyer zu zeigen. Auch sie sind gut platziert und einige von ihnen schreiben unermüdlich vor der Glasfront zum Landtagsgebäude ihre Botschaften wie "Schreibsand, Treibsand", "und tief atmen" oder "alpha & omega" in den Sand. Andere - wie "Kontinuum" - fordern auf, beim Betrachten der neun auf mehreren Etagen angeordneten und lediglich von einem einzelnen Antriebsriemen bewegten Scheiben seine Gedanken zu ordnen.

Jedes einzelne dieser Werke aber soll dem Betrachter vor allem "innere Ruhe vermitteln". "Das ist in unserer hektischen Zeit wichtig", findet Helmut Baur. Diese Gelassenheit ist der ideale Kontrast zu den Bühnen-Shows, die im Apollo-Theater gezeigt werden. Dort hatte jetzt "London Calling" Premiere, ein rasantes Programm voll waghalsiger Akrobatik und spannender Unterhaltung. Da bietet Helmut Baurs kinetische Kunst die passende Entspannung. Während die acht zur Ausstellung zählenden Werke nur bis zum 30.

März zu sehen sind, bleibt "Für das Leben" als Eigentum des Theaters weiterhin im Varieté-Eingang stehen. "Ich habe die Maschine komplett überholt. Und irgendwie fühle ich mich nach dieser langen Zeit mit dem Apollo verbunden. Denn das Theater selbst ist nur ein Jahr älter als diese Skulptur", erzählt der Künstler. So erinnert das Werk täglich an das, was sich auf der Bühne abspielt: das pralle, stark von Stimmungen bestimmte Leben. Aber der Meerbuscher Stahlbildhauer kann auch andere Erfolge vorweisen.

2009 erwarb das Museum für Moderne Kunst Würth, Künzelsau, eine Arbeit von ihm und jetzt erhielt er die Nachricht, dass das Deutsche Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten seine Skulptur "Symphonische Sequenz 2" angekauft hat. Dort bewarb sich der Strümper Visionär mit 200 Künstlern aus neun Staaten an einer Ausschreibung um den "III. Internationalen Bernstein-Kunstpreis 2013". Dass seine Arbeit zum Ankauf ausgewählt wurde, begründet Helmut Baur so: "Der Sand erinnert an den Ostseestrand und der Bewegungsmechanismus an Wind, der einen Bernstein freilegt, um ihn dann wieder zuzuwehen.

" Info: www.baur-kinetik.de

(RP)