Meerbusch: Kinderwunsch trotz Rheuma-Erkrankung

Meerbusch : Kinderwunsch trotz Rheuma-Erkrankung

Patientin mit Spondarthritis wurde erfolgreich im Rheinischen Rheumazentrum behandelt und freut sich aufs Baby.

Sarah Markus hat eine schwierige Zeit hinter sich. Seit mehr als zwei Jahren wurde die Walbeckerin abwechselnd von unterschiedlichen Beschwerden geplagt: zunächst schwollen ihre Finger an. Das hielt sie für eine Reaktion auf eine Kratzwunde ihrer Katze. Dann taten die Finger richtig weh. Es folgten starke Schmerzen an der Achillessehne und in den Augen. Kaum war eine Problemstelle weg, kam die andere. Und alle waren sehr schmerzhaft.

Bis einer ihrer Ärzte ihr riet: "Lassen Sie sich einmal auf Rheuma testen." Bei der dann folgenden Untersuchung im Rheinischen Rheuma-Zentrum des St. Elisabeth-Hospitals in Meerbusch-Lank wurde deutlich, dass die 29-Jährige an einer rheumatischen Gelenkentzündung litt, einer sogenannten Spondarthritis. Stefanie Freudenberg, Chefärztin der Klinik für Innere Medizin und Rheumatologie, sorgte für eine umfassende Behandlung. "Spondarthritis ist eine Erkrankung, bei der viele Teil-Probleme auftreten können. Sie zu diagnostizieren ist wie ein Puzzle zu lösen", so die Expertin. Die Patientin sei mit hohen, alarmierenden Entzündungswerten gekommen, erinnert sich Freudenberg. Sie behandelte ihre Patientin zunächst ambulant, später blieb Sarah Markus ein paar Tage zur Einstellung aller Medikamente in der Klinik. Waren es am Anfang entzündungshemmende Präparate, folgte anschließend ein Biologikum. Dieses Medikament wird vierzehntägig mit einer Spritze zu Hause verabreicht. "Zum Glück konnte mein Lebensgefährte mich spritzen", erzählt die Patientin lachend. "Und er hat es super gemacht."

Allmählich wurden ihre Werte wieder besser, und die Schmerzen, besonders an der Sehne, ließen nach. Sarah Markus trug einen großen Teil zu ihrer Genesung bei. Sie stellte ihre Ernährung um, ließ sich mit einer Bioresonanz-Therapie behandeln, nahm Vitamine, fuhr Fahrrad und begann mit Yoga.

Nach einigen Monate berichtete sie ihrer Ärztin von ihrem Kinderwunsch. "Ein Kinderwunsch bei einer Rheuma-Patientin kann schwierig sein. Denn es kann länger dauern, bis die Patientin überhaupt schwanger wird. Außerdem können mehr Komplikationen als bei einer normalen Schwangerschaft auftreten", so Stefan Ewerbeck, ebenfalls Chefarzt Innere Medizin und Rheumatologie.

Schneller als gedacht klappte es mit der Schwangerschaft. "Wir haben dann die Behandlung auf ein Biologikum umgestellt, das nachweislich keine Probleme bei Mutter und Kind verursacht. Es kann sowohl während der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit weiter genommen werden", so Stefanie Freudenberg. "Den Wunsch nach einem Baby sollte man als Rheuma-Patientin mit seinem Arzt besprechen", rät die Ärztin. Sie empfiehlt, dass zunächst einmal die Erkrankung sechs Monate zum Stillstand gekommen sein sollte.

Mittlerweile ist die Schwangerschaft fortgeschritten und die Beinschiene, die Sarah Markus zur Entlastung der Achillessehne getragen hat, steht im Flur. "Für Notfälle, falls es wieder einmal einen Rückfall gibt." Denn einen Rückfall könne man bei dieser Krankheit nie ausschließen, sagt Freudenberg. "Aber die Werte sind gut. Wir hoffen, dass alles stabil bleibt." Oft hätten Rheuma-Patientinnen während der Schwangerschaft wenig Probleme. Jetzt warten erst einmal alle auf das Baby...

(RP)
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