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Meerbusch: Kein Platz zum Schunkeln

Meerbusch : Kein Platz zum Schunkeln

Nach der Bürgersaal-Schließung haben Heinzelmännchen und KG Blau-Weiß ihre großen Sitzungen abgesagt und bereits gebuchte Künstler abbestellt. Die Politik sucht intensiv nach einem Ersatzsaal – wohl vergeblich.

Nach der Bürgersaal-Schließung haben Heinzelmännchen und KG Blau-Weiß ihre großen Sitzungen abgesagt und bereits gebuchte Künstler abbestellt. Die Politik sucht intensiv nach einem Ersatzsaal — wohl vergeblich.

Die Büdericher Karnevalisten hatten große Pläne für die neue Session. Die Heinzelmännchen wollten am 22. Januar mit 400 Gästen eine ausgelassene Prunksitzung feiern. Die KG Blau Weiß plante neben ihrer großen Narrensitzung zum ersten Mal eine Herrensitzung.

Doch daraus wird nun nichts. Nach der Schließung des Bürgersaals infolge der Burchartz-Insolvenz, haben die Karnevalisten ihre Büdericher Großveranstaltungen abgesagt. "Die Session ist gelaufen", bilanziert Heinzelmännchen-Literat Ernst F. Wolter. Für die Heinzelmännchen wird damit eine seit 1948 andauernde Tradition unterbrochen (die Blau-Weißen sind seit 1958 dabei). "Wir mussten die bereits gebuchten Künstler wieder abbestellen", so Wolter. Finden Büttenredner und Musiker keine anderen Engagements, drohen Nachzahlungen.

In der Politik wird nun fieberhaft nach einer Lösung gesucht. CDU-Ratsmitglieder treffen sich dazu heute in nichtöffentlicher Runde mit Politikern anderer Parteien und einigen Vereinsvertretern — den Bürgersaal nutzten schließlich auch Parteien und Initiativen wie Fluglärmgegner & Co. Diverse Säle sind als Ersatz denkbar:

Forum Gesamtschule Die Blau-Weißen haben dort schon einmal gefeiert. Doch der Platz reicht nur für etwa 300 Gäste, und die Karnevalisten brauchen 400, um rentabel zu wirtschaften. Außerdem herrscht striktes Rauchverbot. Für Bierausschank wäre eine Ausnahmegenehmigung erforderlich. Auch dürfen das große Aquarium und die Vitrinen nicht verschoben werden. "Schlecht machbar", meint Schulleiter Bernd Heesen.

Aula Mataré-Gymnasium "Unsere Stuhlreihen sind für Sitzungen nicht geeignet", sagt Schulleiter Jörg Winterwerb. Das hätten auch Vertreter der beiden großen Karnevalsvereine so gesehen, als sie sich die Räume vor zwei Jahren ansahen.

Meerbusch-Gymnasium Dort sieht Schulleiter Ulrich Keusen auch keinen Raum für die Jecken. "Die Stühle in unsrer Aula sind aufsteigend angeordnet", sagt Keusen. Das passe nicht zur Narren-Sitzung.

Büdericher Pfarrsäle Zu klein. "Das reicht gerade für unseren Kinderkarneval", so Heinzelmännchen-Literat Wolter.

Henkel-Saal, Düsseldorf-Altstadt. Würde passen, ist aber während der Session ausgebucht bis mindestens 2013.

Schul-Turnhallen Dort wären umfangreiche Vorbereitungen (Bühne, Bestuhlung, Catering) nötig, zudem müsste der empfindliche Boden abgedeckt werden.

"Schützenzelt" Ein beheizbares Zelt auf dem Dr.-Franz-Schützplatz könnte eine Lösung sein. Es müsste allerdings zwei Wochenenden dort stehen, damit beide großen Vereine ihre Sitzungen abhalten können. Das würde die Miete in die Höhe treiben. Die organisierten Narren hatten sich diese Option vor zwei Jahren bereits genehmigen lassen. Angesichts der jetzt erteilten Absage wäre es erst 2012 denkbar, falls der Bürgersaal bis dahin nicht wieder öffnet.

Altes Kesselhaus Der vom Caterer Broich vermietete Edel-Saal auf dem Böhlergelände fasst 1200 Personen. Für die Narren (auch angesichts der Miete) eine Nummer zu groß. Ansonsten gibt es noch die kleinere Halle am Wasserturm.

(RP)