Meerbusch: Kein Platz für Clean Line

Meerbusch : Kein Platz für Clean Line

Die Clean Line GmbH wird ihren Unternehmenssitz von Meerbusch nach Ratingen verlegen – und zwar in den Stadtteil Tiefenbroich. Dort ist die Autowasch-Anlage jetzt in Betrieb gegangen.

Die Stadt Meerbusch hat eigentlich jeden Grund, Gewerbesteuerzahler möglichst in der Stadt zu halten. Im Falle von Clean Line ist das offensichtlich nicht gelungen. Geschäftsführer Thomas Gerhold stammt aus Büderich, lebt in Büderich. Für eine Waschanlage hat er in Meerbusch dennoch keinen geeigneten Standort gefunden. "Dort ist alles zu dezentral", sagt er. Jetzt will er seinen Verwaltungssitz von Büderich (Am Wald 36) nach Ratingen verlegen. Eine Waschanlage hat er dort bereits eröffnet. Für den Geschäftsführer der Clean Line GmbH gibt Ratingen offenbar das optimale Kundenmuster her: hohe Kaufkraft, in der Regel motorisiert, eingebunden in die Region mit gut ausgebautem Verkehrsnetz. Eigenschaften, die so allerdings auch auf Meerbusch zutreffen.

Seit wenigen Tagen ist das neue Autowasch-Center in Tiefenbroich in Betrieb – und zwar an der Ecke Alter Kirchweg/Am Roten Kreuz. Nach Borken, Hattingen und Menden ist diese Filiale nun der vierte Standort der Clean Line GmbH, die ihren Unternehmenssitz von Meerbusch nach Ratingen verlegen wird. Sehr zur Freude von Ratingens Kämmerer Klaus Konrad Pesch, wie Gerhold weiß.

In Meerbusch hat Wirtschaftsförderer Klaus Malinka um die Wünsche des Clean-Line-Geschäftsführers gewusst. Doch ein passendes Grundstück hat er offenbar nicht für ihn gefunden. "Das Mollsfeld etwa wäre auch nicht passend gewesen", sagt Gerhold. Für ihn ist eine hohe Kundenfrequenz und gute Erreichbarkeit wichtig. Malinka, der gerade in München auf der Expo unterwegs ist, bedauert, dass der Büdericher Geschäftsmann das Geld nun in Ratingen investiert. Sechs Mitarbeiter werden mitgehen. "Als wir 2001 angefangen haben, waren es vier", sagt Gerhold.

Der Geschäftsführer hat auch in Ratingen lange nach einem Standort gesucht: Erst Felderhof, dann Hauser Ring (auf dem ehemaligen Giertz-Gelände), nun also Tiefenbroich. Die Planer sind im Zeitfenster geblieben. Der Regelwaschbetrieb läuft bereits. Wie viele Pkw in Spitzenzeiten abgefertigt werden, ist noch unklar. Gerhold verweist auf das Leistungsspektrum, das nicht nur die angebotene Autowäsche beinhaltet, sondern auch SB-Waschplätze und Auto-Kosmetik.

Rund fünf Millionen Euro habe das Unternehmen investiert, sagt Gerhold. Im Preis inbegriffen war der Kauf des Grundstücks. Der Geschäftsführer ist froh, dass auf politischer Ebene Konsens erzielt worden sei.

Wichtig sei es aber auch, die Bedenken der Anwohner zu berücksichtigen. "Dass es bei einer Autowaschanlage mit hoher Pkw-Frequenz Kritik aus den Reihen der Anwohner gibt, ist eigentlich normal", betont Gerhold.

Er ist mit seinem neuen Standort jedenfalls zufrieden: Die Waschanlage sei gut und von allen Seiten "anfahrbar".

(RP)
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