Meerbusch: "Karneval" im Klassenzimmer

Meerbusch : "Karneval" im Klassenzimmer

Kurz vor den entscheidenden Klausuren toben sich die Abiturienten in Meerbuschs Schulen noch einmal aus. Gestern besuchten Schüler des SMG das Mataré-Gymnasium und stürmten den Englisch-Unterricht.

büderich/strümp Seit einer Woche ist der Karneval an den Meerbuscher Gymnasien ausgebrochen. Dies gehört zu den jährlichen Abiturstreichen, die sich die Schüler des Städtischen Meerbusch Gymnasiums und des Mataré Gymnasiums ausgedacht haben. Gestern zur ersten Schulstunde haben sich die Abiturienten des Strümper Meerbusch Gymnasiums auf dem Parkplatz des Mataré Gymnasiums, getroffen und überraschten die lehrer. Das Motto der Verkleidungsaktion war "Helden der Kindheit".

Immer mehr Schüler treffen auf dem Parkplatz ein. Sie sind als Feuerwehrmänner, Fußballer, Märchenfiguren oder als Superhelden verkleidet und sorgen für gute Stimmung auf dem Parkplatz. "Hey, bist du Pippi Langstrumpf?", ruft eine Schülerin. "Nein, ich bin Alice im Wunderland", ist die Antwort, die für Schmunzeln sorgt. Um kurz nach acht Uhr haben sich schon über 30 Schüler versammelt, die sich mit lauter Musik, Wasserpistolen und Wasserbomben bewaffnet Richtung Eingangsbereich der Schule aufmachen.

Bitte nicht stören

Dort beobachtet ein Lehrer die Lage. Mit viel Lärm geht es in den oberen Bereich der Schule. Der Schulleiter Jörg Winterwerb entschärft die Situation. "Bitte stört nicht den Unterricht der anderen Schüler und ich möchte hier kein Wasser in den Räumen haben", ermahnt Winterwerb die Schüler, die auch sofort seinen Anweisungen folgen. Renatus Lütticken, stellvertretender Schulleiter, gesellt sich dazu. "So war das eigentlich nicht geplant. Ursprünglich wollten sich die Schüler in ein Klassenzimmer begeben, in dem dann ein Lehrer überraschenderweise eine verkleidete Schulklasse vorfindet, die er nicht kennt", erzählt Lütticken. Die Schule hatte aber von der geheimen Aktion erfahren und reagiert.

Englischlehrer Stefan Klein hat aber trotzdem wie gewohnt in seiner Klasse gewartet. Und er freut sich über die erfrischende Aktion des Schüleraustauschs. "Ich habe sogar ein wenig Unterricht vorbereitet, als ich davon hörte", berichtet Klein, während er diverse Accessoires der Schüler aus dem Klassenraum entfernt. Zu dem Unterricht ist es allerdings nicht gekommen, da die Schüler dann doch lieber über andere Dinge reden wollten.

Felix Drewes (19) ist einer der Hauptorganisatoren des Abischerzes. "Wir wollten ein bisschen Spaß. Leider hat die Schule uns zu sehr abgeriegelt. Wir hätten gerne mehr Kontakt zu anderen Schülern der Schule gehabt", so Drewes. Die ganze Gruppe macht sich danach auf den Weg zur Gesamtschule Büderich und auch dort ging es lautstark zur Sache. Doch nach einer kurzen, genehmigten Runde durch die Aula und dem Sekretariat, wollten die Schüler wieder zu ihrer eigenen Schule, um dort ihr Abitur zu feiern.

(RP)
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