Meerbusch: Kampf gegen das Kartell

Meerbusch : Kampf gegen das Kartell

Der Büdericher Rechtsanwalt Dr. Ramin Goodarzi will für die Städte und Gemeinden Schadensersatz gegen die Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen erstreiten.

Wie ein Feuerwehrmann sieht Dr. Ramin Goodarzi in seinem feinen Anzug nicht aus. Der Büdericher ist Rechtsanwalt und bekämpft Brände ganz anderer Art als die ehrenamtlichen Helfer in Meerbusch. Gleichwohl stärkt er Freiwilligen und Hauptamtlichen den Rücken und arbeitet gegen das so genannte Feuerwehrkartell.

Die führenden Hersteller von Lösch- und Leiterfahrzeugen, Mannschaftstransport- und Kommandowagen haben sich hinsichtlich der Verkaufspreise abgesprochen. Die oberste Kartellbehörde hat inzwischen Strafen in Millionenhöhe ausgesprochen. Auch die Stadt Meerbusch hat in der infrage kommenden Zeit wie viele andere Kommunen auch neue Feuerwehrfahrzeuge angeschafft und offenbar zu teuer bezahlt. "Ich vertrete die öffentliche Hand bei dem Versuch, Schadensersatz zu bekommen", erklärte Goodarzi, der 1972 in Krefeld geboren wurde und schon seit seiner Kindheit in Ilverich und jetzt in Büderich lebt. Die Materie sei komplex und kompliziert. "Es ist schwierig die Höhe des Schadens, den eine Stadt oder Gemeinde erlitten hat, zu benennen", sagt er. Dazu habe er erst einmal Antrag auf Akteneinsicht in die Bußgeldbescheide der Bundeskartellbehörde gestellt.

Goodarzi ist Experte für öffentliche Ausschreibungen, hat in Marburg studiert und in Hamburg über Public Private Partnership (PPP) promoviert. Ein Thema, das auch in Meerbusch immer mal wieder anklingt — sei es beim Bau von Kindertagesstätten oder auch hinsichtlich der Zukunft eines neuen Hallenbads. Goodarzi ist zu 90 Prozent für die öffentliche Hand tätig. Er berät Bundes- und Landesministerien bei europaweiten Ausschreibungen oder auch Krankenkassen, erzählt der frühere Schüler des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums in Strümp. In einem Prozess gegen die Pharmaindustrie habe er verhindern können, dass die Krankenkassen zu den jeweiligen Wirkstoffen nur ein einziges Medikament anbieten dürfen. Das Oberlandesgericht in Düsseldorf habe entschieden, dass es mindestens drei sein müssten. "Das war auch ein Urteil für die Apotheker, die ansonsten auf eine reine Ausgabestelle reduziert worden wären."

Die Familie mit drei Kindern, Tennis und Fußball — speziell Fortuna Düsseldorf — sowie Literatur füllen die Freizeit des 40-Jährigen. Ein Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr in Meerbusch ist bislang nicht vorgesehen.

(RP)