Sonntag: Kammerkonzert der Camerata in Strümp

Sonntag: Kammerkonzert der Camerata in Strümp

Die Meerbuscher Camerata hat kommenden Sonntag den nächsten großen Auftritt. Bei der Musikergruppe handelt es sich um ein Holz-Bläser-Ensemble mit momentan 15 Musikern unter der Leitung und Dirigentschaft von Walter Jordans. Derzeit sind jeweils zwei Querflöten, Oboen, Klarinetten, und Fagotte, drei Hörner, ein Cello, ein Kontrabass und eine Sopranistin vertreten.

Hin und wieder tritt die Gruppe mit gesanglicher Unterstützung auf: So zum Beispiel am kommenden Sonntag, bei ihrem Kammerkonzert mit Solistin Silvia Bodamer. Sie ist studierte Opernsängerin und wird gemeinsam mit dem Ensemble am Sonntag um 18 Uhr in der Versöhnungskirche in Strümp zu hören sein.

Etwas in Sorge sind die Musiker, da am 30. April in ganz Meerbusch in den Mai getanzt wird. Doch ihr Leiter und Dirigent ist zuversichtlich: "Wenn man um 18 Uhr ins Konzert geht, kann man sich noch etwas entspannen und die Musik genießen, bevor danach die große Feier losgeht."

Bei dem Auftritt werden unter anderem Stücke von Emile Bernard, George Bizet und Antonin Dvorak gespielt. Der Eintrittspreis beträgt 15 Euro für Erwachsene und 8 Euro für Schüler und Studenten, Karten gibt es an der Abendkasse.

Ursprünglich nannte sich das Ensemble "Meerbuscher Holzbläser"-Gruppe. Doch einstimmig wurde entschieden: Diesen Namen merkt sich niemand, ein neuer muss her. So entstand irgendwann um 1978 herum der Name Camerata. Entstanden ist die Idee in Tiengen im idyllischen Schwarzwald. Walter Jordans reiste damals als stellvertretender Musikschulleiter der städtischen Musikschule Meerbusch zehn Tage mit Musiklehrern und Schülern in die Musikale Freizeit. Die Volkshochschule, in der sie übernachteten, lag auf einem Hügel, ein Stückchen von der Stadt entfernt. Den Weg wollten sich die Teilnehmer ersparen und so kam es, dass Schüler und Lehrer abends bei einem Glas Bier in den Räumlichkeiten der Volkshochschule gemeinsam musizierten. Dies waren wohl die Anfangszeiten der Camerata. Doch was macht diese Verbindung von Musikern aus? "Besonders toll ist, dass alle Musik machen wollen, hier muss niemand. Und wenn man etwas wirklich will, kann man viel erreichen", sagt Jordans.

Er ist der Dreh- und Angelpunkt des Ensembles. Doch wie kam der Berufsmusiker überhaupt zur Musik? "Mein Vater hat mich gezwungen Trompete zu spielen, ich merkte jedoch schnell, dass dieses Instrument nicht mein Fall ist", erzählt der Klarinettist. Irgendwann habe er im Radio Paul Blöcher Klarinette spielen hören und sei sofort fasziniert gewesen. Musik verbinde ihn mit vielen verschiedenen Menschen und helfe außerdem gegen Alzheimer, findet der 77-Jährige.

Es ist sehr wichtig, in einer Gruppe zu musizieren, sagt er abschließend, in Gedanken bei seiner Camerata. " Üben kann ich alleine, musizieren will ich mit anderen." (lebo)

(RP)