Meerbusch: Kabinett für Konverterstandort Osterath

Meerbusch: Kabinett für Konverterstandort Osterath

Das Bundeskabinett beschließt den Bundesbedarfsplan Strom. Der Kreistag votiert gegen Konverter

Zwei Entscheidungen — keine Überraschungen: Erwartungsgemäß hat das Bundeskabinett gestern den Bundesbedarfsplan Strom beschlossen — mit der Gleichstromtrasse Emden-Meerbusch-Philipsburg und dem umstrittenen Konverterstandort "in der Region Osterath". Auch 2000 (von insgesamt 3000) Einwendungen aus Meerbusch gegen diesen Punkt des Bundesbedarfsplans und eine Demonstration auf dem Osterather Kirchplatz haben daran letztlich nichts ändern können.

Der Kreistag hat sich gestern Abend erwartungsgemäß gegen Osterath als Standort für den Konverter ausgesprochen. Er folgt damit einer einstimmigen Resolution des Meerbuscher Stadtrats. Die Kreisparteien fordern die Bundesnetzagentur und Amprion auf, nach alternativen Standorten zu suchen, die nicht am Rande einer Wohnbebauung liegen. Der Dortmunder Stromnetzbetreiber Amprion plant in Osterath, neben der bestehenden Umspannanlage, den Bau von Europas größtem Stromkonverter. Er soll Wechsel- in Gleichstrom umwandeln — und umgekehrt. Die Anlage soll auf einem 100 000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen, die Konverterhalle 200 x 100 Meter groß und 20 Meter hoch werden. Angesichts der Bedeutung für die deutsche Stromversorgung würde das Gelände als Hochsicherheitszone gelten. Anwohner fürchten Lärm- und Lichtbelastung und rechnen mit einem Verfall des Werts ihrer Grundstücke.

(RP)
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