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Meerbusch: K9n: Vorbereitungen für Klage laufen

Meerbusch : K9n: Vorbereitungen für Klage laufen

Die Meerbuscher Ortsgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat das benötigte Geld für eine Klage nahezu zusammen. Der Landesverband bereitet jetzt den Rechtsstreit gegen die umstrittene Kreisstraße vor

Nächste Woche wird es noch ein Abstimmungsgespräch zwischen dem Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und seiner Anwaltskanzlei geben — und dann könnte es ganz schnell gehen: Die Meerbuscher Ortsgruppe des BUND macht ihre Ankündigung wahr und wird über ihren Landesverband Klage gegen den geplanten Bau der Kreisstraße K9n zwischen Strümp und der Autobahnauffahrt Bösinghoven erheben.

Die Klage soll sich zwar nur gegen den Bebauungsplan auf Boverter Seite richten. Der Rhein-Kreis Neuss bezahlt den Straßenbau aber auch auf Strümper Seite nur, wenn beide Abschnitte realisierbar sind. "Wir müssen jetzt klagen, bevor der Bebauungsplan rechtskräftig wird", erklärt Astrid Hansen vom BUND Meerbusch.

Der Verein lehnt den Bau der Kreisstraße ab, weil sie den Lebensraum von seltenen Tieren und Pflanzen zerstöre — und durch ihren elf Meter breiten Querschnitt zu einer erheblichen Flächenversiegelung führe. Weitere Sorge: "Die K9n wird zusätzlich Verkehr, insbesondere LKW-Verkehr anziehen", glaubt Hansen. "Die Straße bietet bei Stau auf der A57 eine direkte Verbindung über die Rheingemeinden oder durch Lank-Latum zum Krefelder Hafen." Bovert sei bereits durch die Deutsche Bahn, die K-Bahn, die A57 und die Meerbuscher Straße übermäßig belastet.

Laut Gutachten wird die K9n zu einer weiteren Belastungdurch Schadstoffe führen; allerdings ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass mit der Bebauung des Ostara-Geländes die gesetzlich zulässigen Grenzwerte im Jahr 2015 ohnehin überschritten werden. Die Bezirksregierung Düsseldorf ermittelt derzeit, ob Meerbusch deshalb einen Luftreinhalteplan braucht.

Unklar ist derzeit auch, ob die fest eingeplanten Fördergelder des Landes für den Bau der K9n überhaupt fließen werden. Die Landesregierung hat angekündigt, dass im Jahr 2019 Landesförderungen komplett auslaufen. Und bis dahin wird auch weniger Geld zur Verfügung stehen. Diese Erfahrung musste vor einigen Wochen Meerbuschs Nachbarstadt Kaarst machen. Die Bezirksregierung Düsseldorf teilte dem Rhein-Kreis Neuss mit, dass die fest eingeplante Landesförderung für den Bau der K37n in Höhe von neun Millionen Euro nicht gezahlt wird. Indirekt wird auch Meerbusch nun mitzahlen müssen: Die Stadt Kaarst will ein Drittel der Summe aus dem eigenen Haushalt beisteuern, ein Drittel trägt die Möbelhauskette Ikea, weil die Straße dazu dienen soll, deren geplanten Neubau in Holzbüttgen anzubinden. Ein Drittel aber soll der Rhein-Kreis Neuss aufbringen — und wird sich einen Teil der drei Millionen Euro über die Kreisumlage auch von der Stadt Meerbusch holen.

(RP)