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Meerbusch: K9n: So will die Stadt Schadstoffe reduzieren

Meerbusch : K9n: So will die Stadt Schadstoffe reduzieren

Durch den geplanten Bau der K9n wird die Stickstoffdioxid-Belastung an der Meerbuscher Straße weiter zunehmen. Morgen diskutiert der Stadtrat über Gegenmaßnahmen. Unsere Zeitung nennt die Ideen der Verwaltung

Die Meerbuscher Straße soll künftig nachts nicht mehr von Lkw mit mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht befahren werden dürfen. Busse sollen mit Bordcomputern ausgestattet werden, die die Ampeln für sie auf grün schalten. Städtische Fahrzeuge werden auf emissionsarme Modelle umgestellt. Das sind drei von acht Maßnahmen, die die Stadtverwaltung vorschlägt, um die Stickstoffdioxid-Belastung an der Meerbuscher Straße im mittleren Bereich zu senken.

Foto: klxm

Hintergrund: Im Zuge der Planung der Kreisstraße K9n zwischen Strümp und der A57-Anschlussstelle in Bovert ergab ein Schadstoffgutachten, dass im Jahr 2015 die Belastung mit Stickstoffdioxid über den gesetzlichen Grenzwerten liegen wird. Mit einberechnet: die Bebauung des Ostara-Geländes. Selbst ohne Bau der K9n würden die erlaubten EU-Grenzwerte voraussichtlich überschritten.

Foto: Boris Schmidt

Mit Bau der neuen Kreisstraße wächst die Stickstoffdioxid-Belastung laut Gutachten um weitere 3,5 Prozent. In einem gemeinsamen Antrag forderten Grüne und CDU die Verwaltung auf, in der morgigen Sitzung des Stadtrates wirksame Maßnahmen zu nennen, wie die Schadstoffbelastung an der Meerbuscher Straße wirksam begrenzt werden kann.

Fünf weitere Maßnahmen führt die Stadtverwaltung auf, die zu einer Reduzierung der Stickstoffdioxid-Belastung im mittleren Bereich von mehr als einem und weniger als fünf Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft führen sollen: Allgemeine verkehrslenkende Maßnahmen (beispielsweise ein Tempolimit zur Verstetigung des Verkehrsflusses, Halteverbot in den stark belasteten Bereichen), finanzielle Anreize der Stadt zur Förderung der Verlagerung von Betrieben mit großem Verkehrsaufkommen aus der Stadt in Gewerbegebiete, Einsatz von Titandioxid beschichteten Baustoffen und Farben im Bereich der Meerbuscher Straße zum fotokatalytischen Stickstoffdioxid-Abbau sowie Müllabfuhr und Straßenreinigung nur außerhalb der Hauptverkehrszeiten zur Verstetigung des Verkehrs.

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, könnten weitere Vorschläge der Verwaltung greifen, die zu einer hohen Schadstoffentlastung führen sollen: Zum Beispiel Verkehrsverbote an Tagen mit hoher Schadstoffkonzentration. Dafür wäre allerdings eine automatische Beschilderung nötig. Oder: "Straßennetzergänzungen und Umverteilungen der Verkehrsmengen" — mit anderen Worten: der Bau zusätzlicher Straßen.

Eine "sehr hohe Wirkung" verspricht sich die Verwaltung von vier weiteren Maßnahmen: die Einrichtung einer Umweltzone, in die ältere Fahrzeuge nicht einfahren dürfen. Auch eine Möglichkeit: die Umleitung von Schwerlastverkehr weg von der Meerbuscher Straße durch Lkw-Routenkonzepte. Ebenfalls von der Verwaltung als hoch effektiv eingeschätzt: eine Verflüssigung des Verkehrs auf der Meerbuscher Straße, zum Beispiel durch eine grüne Welle und Maßnahmen, die das Parken in zweiter Reihe verhindern. Sollte das auch wenig fruchten, könnte die Meerbuscher Straße auch zeitlich uneingeschränkt für Lkw gesperrt werden.

Der Stadtrat tagt morgen ab 17 Uhr öffentlich im Foyer des Meerbusch-Gymnasiums, Mönkesweg 58.

(RP)