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Meerbusch: K9n: Baubeginn frühestens 2014

Meerbusch : K9n: Baubeginn frühestens 2014

In diesem Jahr wird mit dem Bau der geplanten Kreisstraße zwischen Strümp und Bovert nicht mehr begonnen. Die UWG fragt beim Land an, ob die geplante Straße überhaupt noch förderungsfähig ist

Die geplante Kreisstraße zwischen Strümp und Bovert, K9n, kann frühestens im Jahr 2014 gebaut werden. Das bestätigte gestern Planungsdezernent Just Gérard auf Anfrage. Ursprünglich war ein Baubeginn bereits in diesem Jahr angepeilt worden. "Das Planverfahren läuft selbstverständlich wie vorgesehen weiter", betonte Gérard. "Von einem Aus für die K9n kann keine Rede sein."

Foto: Boris Schmidt

Wie unsere Zeitung berichtete, hatte das Gutachterbüro Peutz Consult erklärt, angesichts der hohen berechneten Stickstoffdioxidbelastung an der Meerbuscher Straße sei ein Bau der acht Millionen Euro teuren K9n vor Vorliegen eines Luftreinhalteplans ausgeschlossen. Seit Anfang Dezember 2012 laufen voraussichtlich noch bis Ende dieses Jahres Schadstoffmessungen an der Meerbuscher Straße. Schon heute liegt dort die Schadstoffbelastung laut Gutachten über den EU-Grenzwerten. Durch den Bau der K9n würden sie, ohne Gegenmaßnahmen, weiter geringfügig ansteigen.

Die Meerbuscher Grünen, die sich im Kooperationsvertrag mit der CDU zum Bau der Kreisstraße verpflichtet haben, sehen jedoch gerade die Wirksamkeit möglicher Gegenmaßnahmen mit Sorge: "Wir werden dem Bau der K9n nur zustimmen, wenn die Grenzwerte unterschritten werden", bekräftigte der grüne Fraktionsvorsitzende Jürgen Peters gestern.

Als eine Möglichkeit hatte das Gutachterbüro beispielsweise ein Tempolimit genannt. Besonders wirkungsvoll sei eine Sperrung für Lkw-Verkehr — Lastwagen haben einen deutlich höheren Stickstoffdioxid-Ausstoß als Pkw. "Das wäre sehr kontraproduktiv, weil die K9n ja gerade für die Anbindung des Bauhofs gebraucht wird, dort also Lkw fahren sollen", sagte Peters. Er sieht die Stadtverwaltung in der Pflicht, Vorschläge zur Schadstoffreduzierung zu machen.

Baudezernent Gérard jedoch verweist auf die Bezirksregierung. "Für Luftreinhaltepläne ist das Land zuständig. Es regelt auch die erforderlichen Maßnahmen." Der Bau der K9n sei sowohl für die Bewohner des Neubaugebietes Am Strümper Busch als auch für die Unternehmen im benachbarten Gewerbegebiet unabdinglich. "Die einen leiden unter dem Verkehr, der zurzeit durchs Wohngebiet zum Bauhof, zum Wertstoffhof und zum Gewerbegebiet rollt. Die anderen brauchen unbedingt eine optimale Anbindung an die Autobahn", sagte Gérard. Jetzt das Planverfahren konsequent weiterzubetreiben, sei auch eine Frage verlässlicher und glaubwürdiger Stadtplanungspolitik in Meerbusch.

Werner Damblon, CDU-Fraktionschef, sieht die Information der Gutachter gelassen. "Dass es nicht schon in diesem Jahr zum Baubeginn kommen würde, war auch ganz unabhängig von den Aussagen des Gutachters absehbar." Erst müsse Meerbusch Planungsrecht schaffen, dann könne der Kreis den Bau in seinen Haushalt einstellen. Kreis und Land NRW teilen sich die Baukosten der K9n zur Hälfte. "Dass wir ein zweites Gutachten brauchen würden, damit konnte niemand rechnen", sagte Damblon.

Die UWG-Fraktion, die den Bau der K9n ebenso ablehnt wie die FDP-Fraktion, schrieb die NRW-Verkehrs- und Umweltminister an. "Es macht keinen Sinn, für den Ausbau eines Teilstücks der K9n hohe Kosten aufzuwenden, wenn schon heute feststeht, dass diese Straße niemals die Funktion einer Kreisstraße, hier die Abwicklung des überörtlichen Verkehrs, erfüllen wird", heißt es in dem Schreiben. Die UWG bat um eine Stellungnahme der Ministerien, ob aufgrund der neuerlichen Gutachterlage der Bau der K9n überhaupt noch förderfähig ist oder auf die geplante Maßnahme nicht ersatzlos verzichtet werden kann.

(RP/jco)