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Meerbusch: K9n: Angst vor neuem "Meerbusch Mitte"

Meerbusch : K9n: Angst vor neuem "Meerbusch Mitte"

Der Protest gegen die Fällung von Straßenbäumen in Büderich und Pappeln am Nierster Deich war groß. Doch beim Planverfahrens für ein gut zwei Kilometer langes, neues Stück Kreisstraße (K9n) zwischen Strümp und Bovert blieb es lange ruhig.

Das hat sich jetzt geändert. Während der BUND eine Klage prüft, denkt die UWG über die Einleitung eines Bürgerbegehrens nach.Die UWG hatte am Gründonnerstag zu einem "Info-Spaziergang" auf der künftigen Trasse geladen.

Rund 40 Bürger aus der Nachbarschaft sowie BUND-Mitglieder gingen mit. Die Befürchtung der UWG: Die Stadt könnte langfristig versuchen, durch Ansiedlung von Industrie, Gewerbe und etwas Wohnbebauung entlang der K9n die Stadtkasse zu sanieren und Bovert und Strümp baulich miteinander zu verbinden.

"So würde der Stadtteil Meerbusch Mitte doch noch entstehen, quasi durch die Hintertür", meinte UWG-Fraktionschef Christian Staudinger-Napp. Die Errichtung von "Meerbusch Mitte" war 1998/99 an einem Bürgerbegehren gescheitert. Konkrete Planungen für Gewerbe in den Feldern zwischen Bauhof und Bovert gibt es zurzeit allerdings nicht.

Doch die Befürchtungen bleiben: "Der Bau dieser Straße wäre der Anfang vom Ende der Stadt im Grünen", sagt Architekt und Stadtplaner Dieter Schmoll. Der entscheidende Grund, warum es sich in Meerbusch gut leben lasse, sei doch, dass die Ortsteile durch Grün getrennt sind. "Man muss nicht alles quervernetzen und dabei Landschaft zerstören", so der Architekt.

Das neue Stück Straße soll an der Kreuzung Moerser Straße/Bergfeld beginnen und zunächst der Forststraße folgen. Südlich des Meerbusch-Gymnasiums läuft die K9n auf den Bauhof zu, den sie erschließen soll.

Von dort soll die Straße nach Süden drehen und nach einem Westschwenk die A57 unterqueren. Der Tunnel ist schon vorhanden. Nach einer erneuten Kurve nach Süden überquert die Straße auf einer neuen Brücke die K-Bahnlinie und läuft, parallel zur Autobahn, auf die Auffahrt Bovert zu.

Die Artenschutzrechtliche Prüfung hatte ergeben, dass 45 besonders geschützte Vogelarten vom Bau betroffen wären. Darunter sind mit Schleiereule, Rotmilan und Mäusebussard drei streng geschützte Arten. Hinzu kommen Kolonien mit Kleinabendseglern, Zwerg- und Bartfledermäusen.

Besonders kritisch sehen Naturschützer und UWG den künftigen Straßenverlauf durch den Steinsbusch, ein Wäldchen westlich des Tunnels unter der A 57. Circa 17 Bäume müssten dort gefällt werden. Das restliche Wäldchen wäre praktisch komplett von Autobahn und Kreisstraße umgeben. Anwohner vom Ivangsweg fürchten derweil zusätzlichen Verkehrslärm.

Die vierwöchige Frist, in der Bürger Einwände gegen den Plan geltend machen konnten, ist inzwischen abgelaufen.

(RP)