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K-Bahn soll Meerbuscher Neubaugebiete anfahren

Verkehr zwischen Düsseldorf, Meerbusch und Krefeld : Gutachter: K-Bahn kann noch häufiger fahren

Entlang der Bahnstrecke von Düsseldorf nach Krefeld sollen neue Wohngebiete entstehen.

Jeder Meerbuscher kennt sie, aber die wenigsten wissen: Die K-Bahn, die Düsseldorf, Meerbusch und Krefeld verbindet, wurde bereits 1898 in Betrieb genommen und ist damit die älteste interkommunale Stadtbahn in Europa. Alt, aber dennoch extrem leistungsstark. So zumindest das Fazit des Diplom-Ingenieurs Jean-Marc Stuhm vom Büro StadtVerkehr aus Hilden.

Er hat untersucht, wie sich neue Wohnbaugebiete entlang der Schiene auf den ÖPNV auswirken. Geplant sind in naher Zukunft entlang des Streckenabschnitts Wohnbaugebiete für etwa 12.500 Einwohner. Und die müssen irgendwie mobil sein, im besten Fall eben nicht mit dem Auto. „Laut Gutachter kann das Angebot der K-Bahn noch deutlich verstärkt und erweitert werden“, sagt CDU-Fraktionschef Werner Damblon.

Das wurde in der Vergangenheit immer wieder bezweifelt. Kritiker hatten etwa davor gewarnt, neue Wohngebiete wie das am Kamper Weg (knapp 700 Wohneinheiten) zu planen und zu bauen, ohne vorher sicherzustellen, dass die K-Bahn die dafür nötigen Kapazitäten hat. Denn schon jetzt sind die Wagen auf den Linien U70, U74 und U76 oft überfüllt, in den Hauptverkehrszeiten sogar ständig. Weil sich die neuen Wohngebiete vor allem auf Flächen entlang der bestehenden Schienen konzentrieren, könnte sich die Qualität weiter verschlechtern. Technischer Beigeordneter Michael Assenmacher befürchtet: „Wenn die Bahn in Görgesheide schon überfüllt ist und die Leute stehen müssen, steigen sie früher oder später aufs Auto um und verstopfen die Straßen.“

Aber nicht nur Meerbusch wächst, auch in Krefeld steigen die Einwohnerzahlen. Und darunter sind viele Pendler, die in Düsseldorf arbeiten. „Deshalb müssen wir gemeinsam Strategien entwickeln“, sagt Werner Damblon. Die Verwaltung plant, dass sich im Februar Politiker aus Meerbusch, Krefeld und Düsseldorf zu einer gemeinsamen großen Planungsausschuss-Sitzung treffen, in der es um die Zukunft der Mobilität in der Region geht. Michael Assenmacher hofft: „Wenn drei Städte zusammenarbeiten und die selben Ziele formulieren, ist das Ergebnis umfassender.“

Mögliche Veränderungen wären etwa die Verlängerung der U74 bis Rheinstraße/Krefeld oder ein Zehn-Minuten-Takt. Das würde aber bedeuten, dass die Schranke an der Kreuzung Moerser Straße/Haus Meer noch öfter unten wäre. Ein Problem, wie Assenmacher zugibt: „Dafür müsste tatsächlich eine Lösung gefunden werden.“