Meerbusch: "Junggesellenspargel" sehr beliebt

Meerbusch : "Junggesellenspargel" sehr beliebt

Er ist kurz, knackig, aromatisch und muss nicht geschält werden: Junggesellenspargel. Die Nachfrage in Meerbusch nach verschiedenen Spargelangeboten ist sehr speziell. Familie Bacher in Bovert bemüht sich, den Kundenwünschen nachzukommen.

bovert "Zum Wochenende soll es losgehen", hoffen Silvia und Albert Bacher auf gutes Wetter. Denn die Spargelstangen, die vor einigen Tagen als erste ihre Köpfe aus der Erde gestreckt haben, hatten noch keine idealen Bedingungen: "Ihnen hat Wärme gefehlt, die Qualität des Spargels ist eine Frage der Temperatur." Deshalb haben auch die Bachers über die acht Hektar große Spargelanbaufläche in Osterath schwarze Folie gezogen. "Bei der jetzigen Witterung mit Sonne und kaltem Wind macht das zirka zehn Grad aus", erklärt Albert Bacher.

Er und alle Helfer sind auf den Spargelsaison-Start gut vorbereitet. Der Zeitpunkt liegt trotz des harten Winters durchaus im Rahmen. "Nur die Stangen, die im Sandboden wachsen, können früher geerntet werden", so Bacher. Im schweren Boden der Region gedeihen dafür Stangen, die sehr aromatisch sind. Deshalb ist der hiesige Spargel sehr gefragt.

Zudem bieten die Bachers im Laden am Böllershof in Bovert das edle Gemüse in vielerlei Variationen an. Nicht nur zwischen der Stangenstärke von der ersten Sortierung mit einem Durchmesser von 16 bis 24 Millimetern bis zu ganz dünnen oder ganz dicken Spargeln kann gewählt werden. Es gibt auch kurze Stangen in 1-a-Qualität. "Die sind seit drei Jahren der Renner, weil sie auf dem Essteller dekorativ aussehen", so Silvia Bacher. Sie weiß auch, dass die Nachfrage nach grünem Spargel "total im Kommen" und der "Junggesellenspargel" beliebt ist: "Diese ganz kurzen Stangen müssen nicht geschält werden." Auch die Kunden, die nur die teuren Spargelspitzen wollen, werden fündig: "Das Kilo kostet zehn Euro." Wenn das Wetter bis zum Ende der Spargelsaison "warm, aber nicht zu heiß" wird, gibt es im Verarbeitungsraum auf dem Böllerhof viel zu tun. Die Sortier- und Schälmaschine – 80 Prozent des Spargels wird geschält verkauft – sind startklar und alles glänzt "picobello": "Sauberkeit geht über alles."

Das wissen auch die 20 Helfer aus Polen, die "im Anmarsch sind". Sie kommen seit Jahren nach Osterath und sind dabei, wenn auch die 21-, 24- und 25-jährigen Bacher-Söhne und "manchmal deren Freundinnen" bei der Ernte helfen. Trotz der Stresszeiten herrsche immer gute Stimmung – auch wenn die Arbeit an der Sortiermaschine reine Handarbeit ist. Jede Stange wird einzeln aufgelegt, geschnitten, gemessen und gewaschen. Bachers legen Wert darauf, dass die Arbeitsgänge für ihre Kunden "ganz durchlässig" erscheinen. Denn fast die gesamte Ernte wird im gut bestückten Hofladen verkauft. Deshalb denken die Spargelspezialisten auch nicht daran, die Anbaufläche auszudehnen: "Frische wird bei uns ganz groß geschrieben."

(RP)
Mehr von RP ONLINE