Meerbusch : Jung hilft Alt

Die Bürgerstiftung Wir für Meerbusch fördert den Austausch junger mit alten Menschen. Schüler der Realschule und des Meerbusch-Gymnasium kümmern sich um Bewohner von Senioreneinrichtungen.

Wenn sich ihre Freunde und Freundinnen am späten Sonntagmorgen noch mal genüsslich im Bett herumdrehen, machen sich Luzie Kluß (16), Lennart Blumentrath (16) und Tobias Kaiser (18) von Langst oder Strümp aus auf den Weg in das Malteserstift St. Stephanus nach Lank-Latum.

Die Schüler des Meerbusch-Gymnasiums (SMG) setzen seit dem Sommer einen Part des Bürgerstiftung-Projekts "Jung für Alt — Alt für Jung" um und stellen übereinstimmend fest: "Wir fühlen uns dabei sehr gut."

Und das ergeht den Senioren im Malteserstift offenbar genauso. "Wenn wir spazieren gehen, erfahre ich viele interessante Dinge aus ihrem Leben und ihrer Familie", erzählt Luzie, die für ein bis zwei Stunden am Wochenende eine 94-jährige Dame betreut. Luzie schätzt diesen Austausch und freut sich, wenn auch sie aus dem Alltag ihrer Generation erzählen kann. "Einige unserer Mitschüler halten so etwas für Zeitverschwendung", wissen die SMG-Schüler, die trotzdem auf Unterstützung aus dem Freundeskreis hoffen. Sie finden es wichtig, dass das Projekt "Jung für Alt — Alt für Jung" freiwillig ist: "Unter Zwang würde das keinen Spaß machen."

Das wäre auch nicht im Interesse der Bürgerstiftung. "Wir möchten, dass Jung und Alt gleichermaßen vom Beisammensein profitieren", erklärt Heribert Schween, Stiftungsrats-Vorsitzender der Bürgerstiftung.

Er hofft darauf, bald mehr Schüler aus den weiterführenden Schulen der Stadt motivieren zu können: "In den Senioreneinrichtungen besteht großes Interesse." Das kann Elke Jahn-Engelbert, Hausleiterin Malteserstift, nur bestätigen. Sie schätzt den Austausch und betont: "Diese sehr jungen Menschen bringen viel Enthusiasmus mit."

Ähnliche Erfahrungen hat Lydia Wiesner, Leiterin des Seniorenheims im Haus Hildegundis von Meer in Osterath gemacht. Dort kommen Schüler aus der Realschule, um mit den Bewohnern zu musizieren oder zu spielen: "Das möchte ich nicht mehr missen."

Das möchte auch Tobias nicht, der im Malteserstift einen "Paten-Opa" gefunden hat. Er hat keinen "richtigen" Opa mehr und wenn er mit dem "Ersatz" per Rollstuhl unterwegs ist, hört er viel "von früher" und wird auch nach seinem Leben gefragt: "Wir haben jetzt Vertrauen zueinander."

Lennart hat da weniger Glück. Der Senior, den er betreut, sieht am liebsten fern: "Trotzdem bin ich sehr motiviert." Wer Lust hat, bei "Jung für Alt — Alt für Jung" mitzumachen, sollte sich an Bettina Scholten, bettina.scholten@meerbusch.de, Tel. 02132-916423, wenden.

(RP)