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Meerbusch: Jugendcafé: Start noch 2013 möglich

Meerbusch : Jugendcafé: Start noch 2013 möglich

Seit Jahren gibt's in Meerbusch kein städtisches Freizeitangebot für Jugendliche. Jetzt schlägt die Verwaltung vor, auf dem Gelände der Alten Seilerei in Osterath zum 1. Dezember das seit langem geplante Jugendcafé zu eröffnen

Ein Proberaum für Musikbands im Keller, eine 250 Quadratmeter große Eventhalle für bis zu 500 Besucher, ein 110 Quadratmeter großer Bistrobereich, beste Verkehrsanbindungen - so könnte das seit langem geplante und dann doch immer wieder aufgeschobene Jugendcafé aussehen. Bei der Suche nach einem geeigneten Ort ist Jugenddezernentin Angelika Mielke-Westerlage in Osterath fündig geworden.

"Ein mögliches Objekt, das gut erreichbar für Jugendliche aus allen Ortsteilen ist und den Betrieb an Wochenenden auch über 22 Uhr ermöglicht und eine ausreichende Anzahl von Stellplätzen bietet, ist die Fluxus-Halle auf dem Betriebsareal der "Alten Seilerei" auf dem Stössel-Gelände", erklärt sie. Die Halle wird seit einiger Zeit zur Anmietung angeboten.

In der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses erwartet die Verwaltung von der Politik eine Absichtserklärung, dass dort das Jugendcafé eingerichtet werden soll. "Die großzügige Veranstaltungshalle bietet Raum für größere Jugendevents wie zum Beispiel große Konzerte oder Mottopartys. Junge regionale Bands und Musiker, die die verschiedensten Stilrichtungen vertre- ten, sowie der Nachwuchs könnten gefördert werden und ein breites und buntes Angebotsspektrum ermöglichen, mit dem unterschiedlichste Besucher angesprochen werden können", wirbt Mielke-Westerlage. "Es könnte zum Beispiel auch eine offene Bühne entstehen, die jedem jungen Menschen Gelegenheit bietet, seine Kunst zu präsentieren. Lesungen junger Autoren, Ausstellungen, Tanz, Poetry-Slam oder auch Filme könnten das Angebot des Jugendcafés abrunden."

Zielgruppe des geplanten Jugendcafés sind die 13- bis 17-jährigen Meerbuscher. Sie hatten in der Vergangenheit besonderes Pech: Im Zuge der Neujustierung der Jugendarbeit — weg vom klassischen Jugendheim, hin zur Eventlocation — stellten Meerbuschs Politiker erst Zuschüsse für den Sky Club in Osterath und die Einrichtung St. Pankratius in Bösinghoven ein, sparten sich die Betriebskosten und Zuschüsse für den Pappkarton und die offene Jugendarbeit — insgesamt ein Betrag von mehr als 200 000 Euro. Dann drohte die Suche nach einer Alternative zur unendlichen Geschichte zu werden: Die Umwandlung des Alten Güterbahnhofs in Osterath in ein Jugendcafé — zu teuer und vergangenes Jahr vom Jugendhilfeausschuss gekippt. Der Pappkarton in Strümp — wegen der nahen Wohnbebauung und der schlechten Erreichbarkeit ungeeignet und dieses Jahr wieder verworfen.

Die Alte Seilerei haben Vertreter der Ratsfraktionen bereits besichtigt. "Bei der Begehung wurde der positive Eindruck bestätigt", berichtet Mielke-Westerlage. Gibt der Jugendhilfeausschuss in seiner nächsten Sitzung am 19. Juni die Absichtserklärung, soll bis Ende September das Konzept auf dem Tisch liegen, im November das Café hergerichtet und im Dezember eröffnet werden.

(RP/anch/EW)