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Meerbusch: Jugendcafé - Hängepartie geht weiter

Meerbusch : Jugendcafé - Hängepartie geht weiter

Der "Pappkarton" in Strümp ist nach Einschätzung der Verwaltung ungeeignet für ein Jugend-café. Jetzt beginnt die Suche nach einem geeigneten Treffpunkt für Meerbuschs Jugendliche von vorn.

Der "Pappkarton" in Strümp ist nach Einschätzung der Verwaltung ungeeignet für ein Jugend-café. Jetzt beginnt die Suche nach einem geeigneten Treffpunkt für Meerbuschs Jugendliche von vorn.

Vom Regen in die Traufe: Nachdem die Politik die Reißleine für ein Jugendcafé im Alten Güterbahnhof Osterath gezogen hat — die Herrichtung wäre nicht zuletzt wegen Lärmschutzmaßnahmen deutlich teurer geworden als zunächst geplant —, teilt die Verwaltung jetzt mit, dass auch der "Pappkarton" in Strümp ungeeignet sei für ein Jugendcafé. Insbesondere mögliche Lärmemissionen nach 22 Uhr seien als "sehr kritisch" anzusehen, heißt es in der Vorlage der Verwaltung für den Planungsausschuss. Das Gebäude liegt in einem reinen Wohngebiet, das durch die Nähe zur Sportanlage "Am Strümper Busch" ohnehin belastet ist.

"Vor diesem Hintergrund ist das vorgesehene Nutzungskonzept mit Öffnungszeiten bis 24 Uhr am Freitag und Samstag am vorgesehenen Standort ,Pappkarton' nicht umsetzbar", erklärt Jugenddezernentin Angelika Mielke-Westerlage. Räumlich wäre es im "Pappkarton" ohnehin eng geworden: "Bei der Prüfung wurden die bisher von den Freizeitspatzen genutzten Räume im Gebäude einbezogen, da eine Realisierung ansonsten schon am verfügbaren Raumangebot gescheitert wäre", so die Jugenddezernentin.

Die Verwaltung hat eine grobe Kostenschätzung für Umbau, Renovierung und Ertüchtigung erstellt — eine halbe Million Euro würde es kosten, wenn das Jugendcafé im "Pappkarton" einen stark eingeschränkten Betrieb aufnähme. Dazu gehörte auch, dass wochenends bereits um 22 Uhr Schluss sein müsse, bis auf zehn Ausnahmen pro Jahr. Von denen wären noch die Abende abzuziehen, an denen auf dem Sportplatz Veranstaltungen nach 22 Uhr stattfinden.

Die Einschränkungen bei der Nutzung hat die Verwaltung bereits mit der Musikszene Meerbusch, dem Osterather Betreuungsverein und hauptamtlichen Mitarbeitern der offenen Jugendarbeit diskutiert. "Von allen Gesprächsteilnehmern wurden erhebliche Zweifel geäußert, dass die gewünschten Wirkungen und Impulse für die Jugendszene in Meerbusch erzielt werden können, wenn die Abende vor den schulfreien Tagen nach 22 Uhr nicht genutzt werden können", fasst Mielke-Westerlage zusammen. Auch die bisherige Finanzplanung für den laufenden Betrieb sei hinfällig, da Einnahmen aus Events nicht in der erwarteten Größenordnung erzielt werden können.

Was nun? Die Verwaltung schlägt vor, Teile des Jugendcafé-Konzeptes im Rahmen eines mobilen Programms an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet zu entwickeln. Dafür sollen 20 000 Euro in den Haushalt 2013 eingestellt werden. Die Ideen dazu sollen an einem runden Tisch mit dem Verein Musikszene Meerbusch entwickelt werden.

(RP/ac)