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Meerbusch: Jugendamt wirbt um Vertrauen

Meerbusch : Jugendamt wirbt um Vertrauen

Die Jugendämter der acht Städte im Rhein-Kreis Neuss beteiligen sich an der bundesweiten Kampagne "Jugendamt. Unterstützung, die ankommt". Sie setzen dabei auf ohnehin regelmäßig stattfindende Aktionen.

Jugendämter sind in die Schlagzeilen geraten. Vernachlässigte Kinder, Missbrauch, Todesfälle. Dem will Bundesfamilienministerin Kristina Schröder etwas entgegensetzen und hat eine Kampagne unter dem Motto "Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt" gestartet. Bis zum 8. Juni sollen bundesweit Jugendämter, oder besser gesagt, deren Mitarbeiter über ihre Arbeit informieren und mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Soweit die Theorie.

Regelmäßige Angebote

Im Rhein-Kreis Neuss, dessen acht zugehörige Städte sich an der Kampagne beteiligen, wird es keine besonderen Aktionen geben. Der Bund hat Plakate zur Verfügung gestellt, die werden aufgehängt. "Wir machen ohnehin regelmäßig Angebote für Kinder und Jugendliche", sagt Kreisjugendamtsleiter Norbert Dierselhuis bei einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke findet, dass heutzutage die Arbeit des Jugendamtes ohnehin "schon am Wochenbett" beginne, sich über die Unter-Drei-Betreuung und den Offenen Ganztag in der Grundschule bis hin zu Jugendfreizeiten oder zur Familienhilfe fortsetze. "Wir machen einen guten Job", so Petrauschke. Und das soll transportiert werden. "Die Bürger wissen wenig über die Arbeit der Jugendämter", so Petrauschke. Das habe eine Umfrage ergeben.

Peter Annacker, Leiter des Meerbuscher Jugendamtes, sieht in der Kampagne "eine vertrauensbildende Maßnahme. Über mehr Information wird Transparenz hergestellt", sagt er. Das Jugendamt sei eben nicht nur als eingreifende Behörde aktiv. Doch auch der Eingriff in problematische Familienverhältnisse gehört dazu — und hat dem Amt jahrzehntelang ein eher negatives Image verpasst. Etwa, wenn die Information beim Jugendamt landet, dass die beiden Kinder der neuen Nachbarn nie zu hören sind und sich herausstellt, dass die Mutter überfordert ist, und dass für den Säugling die Hilfe gerade noch rechtzeitig gekommen ist.

"Das sind heikle, aber hilfreiche Aufgaben", kommentierte Dierselhuis, "deren Erfolg auch vom Einsatz der Mitarbeiter abhängt. Da sind wir gut aufgestellt und arbeiten Hand in Hand. Jugendschutz hört nicht an den Grenzen der Kommune auf", so Dierselhuis, der angesichts der Vielzahl von Aufgaben keine Angaben zur Personalstärke des Kreis-Jugendamtes machen konnte. "Auch Freie Träger übernehmen Aufgaben der Kinder- und Jugendarbeit", so der Kreis-Jugendamtsleiter.

(RP)