Meerbusch: Jubilare unter Strom

Meerbusch: Jubilare unter Strom

Das Umspannwerk in Osterath ging vor 100 Jahren in Betrieb und war eines der ersten in Deutschland. Gleichzeitig feierten die Betreiber nun das 30-jährige Bestehen der Elektrothek.

Einst galt die Umspannanlage Osterath als eine der ersten in Deutschland überhaupt als Meilenstein der Technik. Das war 1911, als die öffentliche Stromversorgung trotz vergleichsweise niedriger Spannungserzeugung von 25 Kilovolt dennoch ausgesprochen spannend war.

Da das 100-jährige Bestehen der Umspannanlage, die aktuell von der ehemaligen RWE-Tochter Amprion betrieben wird, mit dem 30. Geburtstag der Elektrothek zusammfiel, trafen sich Mitarbeiter des Dortmunder Netzbetreibers, Mitglieder des Vereins Elektrothek mit Vertretern der Meerbuscher Stadtverwaltung und der Ratsfraktionen zu einer gemeinsamen Feierstunde im Museum für Elektrotechnik im Osterather Werk.

Dr. Klaus Kleinekorte, Technischer Geschäftsführer von Amprion, gab nicht nur einen kurzen Abriss bezüglich der Werkshistorie, sondern betonte auch die Bedeutung der Umspannanlage Osterath für die Zukunft, insbesondere den Elektrizitätstransfer von der Nordsee nach Baden-Württemberg. Derzeit entsteht eine neue 380 Kilovolt-Anlage, die demnächst die alte 220 Kilovolt-Anlage ablösen wird.

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Aber auch für die Elektrothek — eine beeindruckende Sammlung elektrotechnischer Geräte, die in ehemaligen Räumen des Umspannwerks untergebracht ist — fand Kleinekorte lobende Worte. Er versprach eine nachhaltige finanzielle Unterstützung des als gemeinnützig anerkannten Vereins, und würdigte insbesondere das Engagement von Wolfgang von Moock, der 1981 begonnen hatte, ausrangierte elektrotechnische Geräte zu sammeln.

Die hortete er zunächst in seinen privaten Räumen, dann erfolgte eine Zwischenlagerung in Krefeld, bis in der Osterather Umspannanlage ein adäquates Präsentationsforum gefunden wurde. Hier ist viel Interessantes aus vergangenen Zeiten, als Elektrizität und Elektrizitätssteuerung noch etwas Anschauliches hatten und nicht auf Mikrochip-Dimension geschrumpft waren, zu sehen.

"Über rund 1600 Exponate sowie eine Fachbibliothek mit 1800 archivierten Bänden umfasst unser Museumsbestand", verkündete nicht ohne Stolz Vereinsvorsitzender Heinz Meckel. Das Spektrum der Ausstellung reicht von imposanten Schalttafeln bis hin zu frühen Computer-Modellen. Das Museum kann nur unter vorheriger Anmeldung besucht werden. Insgesamt fünf Vereinsmitglieder geben sachkundig Auskunft aus einer Zeit, als elektrisches Licht noch flackerte.

(RP)
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