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Jubiläum des Heimatkreis Lank

Heimatkreis Lank : 50 Jahre Arbeit für die Lanker Heimat

In Anwesenheit von 250 Gästen hat der Heimatkreis Lank sein eigentlich für 2021 geplantes Jubiläumsfest nachgeholt. Der Verein prägt den Ort seit einem halben Jahrhundert.

„Ein 50-jähriger Vereinsgeburtstag – das ist ein bedeutendes Ereignis, erst recht, wenn es sich um einen Verein handelt, der viele Dinge in Meerbusch und in den ehemaligen Ortschaften des Amtes Lank mitgeprägt hat“. Mit diesen Worten begrüßte der Heimatkreis-Vorsitzende Franz-Josef Jürgens zum Festakt im Forum Wasserturm rund 250 Besucher.

Eigentlich sollte dieser runde Geburtstag des aktuell über 560 Mitglieder umfassenden Vereins bereits 2021 gefeiert werden – musst aber auf Grund der Pandemie bis jetzt warten. Der Anlass für eine Absage von Heimatministerin Ina Scharrenbach wegen der laufenden NRW-Sondierungsgespräche dagegen kam kurzfristig. Auch der Meerbuscher Finanzminister Lutz Lienenkämper konnte deshalb nicht am Festakt teilnehmen. Auf Anfrage der Redaktion schickte er eine kurze Botschaft: „Wenn es den Heimatkreis nicht gäbe, müsste man ihn erfinden. Sein Motto ist: Gutes noch schöner machen. Dass Lank-Latum gut ist, daran hat der Heimatkreis maßgeblich mitgewirkt. Und daran, dass Lank-Latum noch besser wird, arbeiten viele Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler heute weiter unermüdlich. Dafür mein größter Dank.“

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Auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke lobte in seiner Rede das vielfache Engagement des Vereins: „Heimatpflege belässt es nicht beim Betrachten von Vergangenem. Heimatpflege, so wie der Heimatkreis Lank sie lebt, fordert auf zum Mitmachen, zum Mit- und Neugestalten.‘“ Bürgermeister Christian Bommers beleuchtete ebenfalls den Begriff Heimat: „Man lebt nicht irgendwo, an irgendeinem beliebigen Ort, sondern dort, wo man Wurzeln geschlagen hat, wo man Mensch sein darf. Und das Gefühl tut gut.“

Heimatliebe und -pflege hängen unmittelbar mit Heimatgeschichte zusammen. Allerdings laufe Heimatgeschichte Gefahr, verloren zu gehen: „Der Heimatkreis hat sich auf seine Vereinsagenda geschrieben, sie zu erforschen, zu bewahren und aufzubereiten.“ Und Franz-Josef Jürgens erinnert: „Unseren Vereinsgründern lag das Wohl unserer Heimat in all‘ ihren denkbaren Ausprägungen am Herzen.“ Es folgte die Aufzählung der zahlreichen Heimatkreis-Aktivitäten und -Projekte. Zudem konnte das Publikum – darunter Landtagsvizepräsidenten Oliver Keymis, Pastorin Heike Gabernig, Pastor Hermann-Josef Schagen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und den Vereinen – im festlich in den ukrainischen Farben geschmückten Forum auch an der Ehrung der beiden noch lebenden Gründungsmitglieder erleben. Franz-Josef Radmacher und Franz-Josef Forsen hatten an der Gründungsversammlung am 13. Mai 1971 in der Weinschänke van Dawen gemeinsam mit 15 Heimatfreunden teilgenommen.

Zum Jubiläum erhielten sie neben einer Ehrenurkunde je einen mit Spargel, Erdbeeren und Kirschen gefüllten Korb – in Erinnerung an das alte Wappen von Lank-Latum. „Sie haben dazu beigetragen, dass der Heimatkreis das ist, was er heute ist“, lobt Jürgens. Ein Höhepunkt des Programms war der Festvortrag von Christoph Reichmann, ehemaliger Leiter des Museums Burg Linn. Er sprach zum Thema „Neue Erkenntnisse zum Kirchspiel Lank“ und stellte überraschend einige geschichtliche Fakten rund um die Kirche richtig.

Aber das Publikum wurde auch mit heimatlichen Liedvorträgen des Stephanus-Chors unter Michaela Trautmann, des Männerchors Lank-Latum 1860/62 unter Franz Scholzen und Arien der Sopranistin Tina Maria Enckelmann sowie Mundart zum Thema „Heimat ist auch, woa ma‘ Platt schprääke deet“ mit Jürgen Fallack und dem Sketch „Pension Schöller“ vom Lotumer Buretheater unterhalten.

Bevor zum Abschluss gemeinsam das Lank-Latumer Heimatlied von Karl Schmalbach und Jakob Royen mit dem Refrain „Wie schön bist du, o Heimat“ gesungen wurde, setzte sich Franz-Josef Jürgens – genannt Franz von Latum – mit seiner Nichte Sina Peters auf der Bühne an einen Tisch, ploppte die Bierflaschen auf, „vertällt“ in bester Mundart und wurde auf diese Weise alles das los, was ihm am „Kulturkrom“ hier nicht passt. Kurz gesagt bedeutet das: „Be de Stadt wött jo janz völl Geld bewecht – die Lütt, die do all ärbe, make dat och joot! Dat Problem es, dat be dä Kultur von dat Geld tu wenich he be oss en Lank-Lotum ankütt.“

Dass unter anderem die Teloy-Mühle restauriert werden muss, das Forum Wasserturm „ene geschede“ Ventilator braucht und ein Heimatmuseum für ganz Meerbusch dringend gewünscht wird, hat nach Meinung des Heimatkreis-Vorsitzenden einen Grund: „Nix löpt – es angeblich kinn Geld do! Die verstond einfach net, dat et Kultur net umsöns jövt.“ Für alle, die den Festakt nicht erlebt haben, hat Geschäftsführerin Silke Felkl einen Tipp: „Die Veranstaltung ist bei Facebook unter Heimatkreis Lank jederzeit abrufbar.“