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Meerbusch: Jetzt starten die Meerbuscher Impfwochen

Meerbusch : Jetzt starten die Meerbuscher Impfwochen

Immer mehr Leute lassen ihre Impfungen schleifen. Ärzte und Apotheker rufen dazu auf, den Impfschutz zu prüfen

Das Szenario erinnert an einen billig produzierten Privat-TV-Schocker: Eine Masernerkrankung weitet sich zur Epidemie aus. 95 Menschen erkranken so stark, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Drei sterben. An handelsüblichen Masern. Doch der Vorfall ist Realität, er ereignete sich vor wenigen Jahren wenige Kilometer von Meerbusch entfernt in Duisburg.

Grund: Immer mehr Leute lassen ihre Impfungen schleifen - aus Bequemlichkeit oder Vergesslichkeit. Dabei waren es gerade die Impfungen, die beispielsweise die Kinderlähmung in Deutschland ausrotteten. "Um die Bevölkerung vor Epidemien zu schützen, sollten 70 Prozent über einen Impfschutz verfügen", erklärt Apotheker Ulrich Stamm von der Hubertus-Apotheke in Lank-Latum. Vor zwei Jahren rief er deshalb gemeinsam mit anderen Apothekern und Ärzten die "Meerbuscher Impfwochen" ins Leben. Ziel ist, zu Beginn der Reisezeit den Impfschutz auf "wirksam" zu stellen. "Abhängig von den bisherigen Impfungen und der aktuellen Lebenssituation in Beruf, Freizeit oder Urlaub ergeben sich für jeden individuelle Impfempfehlungen", berichtet Stamm. Für jede Hausarztpraxis wie für die teilnehmenden Apotheken gehört der Check von Impfausweisen zur selbstverständlichen Aufgabe. "Oft reichen eine oder zwei Impfungen aus und man ist nach den Empfehlungen der ständigen Impfkommission nach aktuellem wissenschaftlichen Standard geschützt", erklärt Dr. Markus Groteguth. Sein Kollege Thomas Franz ergänzt: "Geimpfte geben die entsprechende Erkrankung nicht weiter und bauen so eine Art ,Schutzburg' um die Ungeimpften - wie beim Keuchhusten, wo die Säuglinge in den ersten Monaten keinen Impfschutz haben und von anderen, auch den Großeltern, angesteckt werden können." Bis 11. Juli wollen die Arztpraxen und Apotheken den Impfschutz in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen.

(mrö)