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Meerbusch: Jahr der Diskussionen

Meerbusch : Jahr der Diskussionen

Zwei Kilometer neue Kreisstraße 9n zwischen Strümp und Bovert, Ostara-Bebauung, Lkw-Umleitung In der Loh, Laternen-Sanierung und Hundesteuer: 2011 war ein Jahr voller Streitpunkte.

Das Jahr war politisch alles andere als langweilig. Streitpunkte gab es reichlich:

Mobile Redaktion der RP zur Laternensanierung. In der Mitte: Dr. Just Gérard und CDU-Ratsherr Daniel Meffert. Foto: UD

Ostara-Bebauung CDU und Grüne haben die für Meerbusch wohl wichtigste Entscheidung der Legislaturperiode getroffen: Mit ihrer Mehrheit stimmten sie für den städtebaulichen Vertrag, der die Bebauung der Ostara-Brache mit einem 4100 Quadratmeter großen Frischemarkt und rund 240 Wohnungen regelt. FDP, SPD, UWG und Zentrum sind gegen das Projekt in dieser Form. Die CDU spricht von einer absolut vorbildlichen Planung, auch angesichts des Energiekonzepts. Durch Einsatz von Blockheizkraftwerk, Erdwärme und besonders sparsamer Häuser gelinge es, das Gelände fast zu hundert Prozent regenerativ mit Energie zu versorgen. Die Opposition kritisiert den Frischemarkt als viel zu groß, fürchtet eine Verödung des Osterather Ortskerns und einen Verkehrskollaps auf Meerbuscher und Strümper Straße, speziell bei geschlossenen Schranken.

K9n Mit breiter Mehrheit aus CDU, Grünen und SPD hat der Rat im Oktober für den Lückenschluss der Kreisstraße 9 zwischen Strümp und Osterath-Bovert gestimmt. FDP, UWG und Zentrum votierten dagegen. Zum Ausgleich für den Bau von zwei Kilometern Straße sollen Flächen von etwa einem Hektar renaturiert werden – doppelt so viel, wie gesetzlich nötig wäre. Naturschützer laufen gegen den Straßenbau Sturm. Der BUND sammelte über der Internetseite www.k9n-nein.de bis jetzt 650 Protestunterschriften. Im November gab es dann einen Etappensieg für die Umweltschützer. Die Verwaltung zog den Bebauungsplan überraschend zurück. Der BUND hatte zuvor darauf aufmerksam gemacht, dass das vorliegende Schadstoffgutachten (von 2006, vor dem Ausbau der A57) veraltet ist und neu erstellt werden muss.

Laternen-Sanierung Der Austausch von 1500 Straßenleuchten und vielen rostigen Laternenmasten läuft an. Das kostet etwa 2,4 Millionen Euro, wovon 135 000 aus dem Konjunkturpaket II kommen. 30 Prozent (an Hauptstraßen) bis 70 Prozent (Anliegerstraßen) der Kosten sollen auf die Eigentümer von Nachbar-Grundstücken umgelegt werden. Rund 60 Bürger diskutierten das Thema im August bei einer Mobilen Redaktion der RP mit Planungsdezernent Dr. Just Gérard. Viele kritisierten die Informationspolitik der Verwaltung.

Flug- und Bahnlärm Krach ist ein Dauerthema in Meerbusch. Die Fluglärmgegner sind inzwischen gut organsiert. In Osterath und Bösinghoven hat sich nun eine Initiative gegen Bahnlärm gegründet. Anwohner leiden vor allem nachts unter immer mehr Güterverkehr. Die Initiative will die Belastung in Osterath jetzt dauerhaft messen.

(RP)